Société Générale steigert Gewinn

Frédéric Oudéa

Bankchef Frédéric Oudéa.

Paris – Die französische Grossbank Société Générale (SocGen) hat zu Jahresbeginn dank eines starken Geschäfts auf dem Heimatmarkt dem weltweiten Abwärtstrend der Branche getrotzt. Im ersten Quartal legte der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um gut 6 Prozent auf 924 Millionen Euro zu, wie das Institut am Mittwoch in Paris mitteilte. Damit übertraf es die Erwartungen von Analysten. Getragen wurde der Zuwachs von einem starken Privatkundengeschäft in Frankreich, das 18 Prozent mehr verdiente. Dabei profitierte die Bank vor allem von einer gesunkenen Vorsorge für faule Kredite.

Damit machte das Geldhaus auch einen Gewinnrückgang von 15 Prozent im Investmentbanking wett. In den ersten beiden Monaten des Jahres hatten die Turbulenzen an den Kapitalmärkten das Handelsgeschäft vieler Grossbanken weltweit schwer belastet. Dem konnte sich auch SoGen nicht entziehen. Dafür konnte das Institut nun aber nach dem Einbruch vor einem Jahr den Verlust in seinem wichtigen Russland-Geschäft deutlich reduzieren.

Die Aktien des Instituts Bank legten bis zum Mittag gut vier Prozent zu und waren damit bester Titel unter den europäischen Grossbanken. Seit Jahresanfang sind die Papiere aber noch 20 Prozent im Rückstand.

Renditeziel wackelt
Angesichts des schwachen Jahresauftakts im Investmentbanking wackelt allerdings wie schon vorher angekündigt das Renditeziel der Bank. Ursprünglich hatte Vorstandschef Frederic Oudea sich für dieses Jahr vorgenommen, einen Gewinn von zehn Prozent auf das eingesetzte Kapital zu erzielen. Im ersten Quartal lag die Quote bei 7,1 Prozent. «Wir können diese Rendite nicht garantieren», sagte Oudea nun und wiederholte damit Aussagen von Februar. Als die Bank sich vor drei Jahren dieses Ziel setzte, sei etwa die Wirtschaftskrise in Russland noch nicht zu erkennen gewesen.

Um sein Haus für das grosse Ziel zu trimmen, kündigte Oudea nun weitere Einsparungen von 220 Millionen Euro im Investmentbanking an. Damit würde die gesamte in den vergangenen Jahren dort eingesparte Summe auf zwei Milliarden Euro ansteigen. Zudem steht bereits fest, dass die Bank in Frankreich bis 2020 jede fünfte Filiale schliessen will.

Weitere Fortschritte machte SocGen im ersten Quartal bei der Stärkung der Kapitalpuffer. Die harte Kernkapitalquote stieg in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,2 Prozentpunkte auf 11,1 Prozent. Bereits am Dienstag hatte SocGen-Konkurrent BNP Paribas dank eines guten Geschäfts in Frankreich einen Gewinnsprung von rund zehn Prozent gemeldet und sich damit ebenfalls vom Branchentrend abgekoppelt. (awp/mc/ps)

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