Spannungen am Geldmarkt steigen weiter

Jean-Claude Trichet

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

Frankfurt am Main – Die Spannungen am Geldmarkt des Euroraums nehmen mit der Sorge vor einer Eskalation der Schuldenkrise in der Eurozone weiter zu. Über Nacht parkten die Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) 181,8 Milliarden Euro, wie die Notenbank am Montag mitteilte. Am vergangenen Freitag hatte die Summe bei 172,7 Milliarden Euro gelegen.

Die Bankeinlagen liegen damit so hoch wie zuletzt im Juli 2010. Zudem notieren sie deutlich über dem üblichen Jahresdurchschnitt. Die Ausleihungen der Geschäftsbanken bei der EZB sanken unterdessen von 83 Millionen auf 20 Millionen Euro.

Indikator für gegenseitiges Misstrauen
Die eintägigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der EZB gelten als Indikator für das Misstrauen der Institute untereinander. Normalerweise leihen sich die Banken nur ungern kurzfristige Mittel bei der Notenbank, da sie dafür einen hohen Zins von derzeit 2,25 Prozent zahlen müssen. Für die Einlagen erhalten die Banken hingegen einen nur geringen Zins von aktuell 0,75 Prozent. Kurzfristige Mittel leihen sich die Banken daher lieber untereinander zu günstigeren Konditionen am sogenannten Interbankenmarkt aus. Die ständigen Fazilitäten der EZB nehmen sie nur dann verstärkt in Anspruch, wenn sie ein hohes Mass an Sicherheit suchen. (awp/mc/ps)

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