Swiss Life steigert Gewinn und erhöht die Dividende

Patrick Frost, CEO Swiss Life. (Foto: Swiss Life)

Zürich – Die Swiss Life hat das Ergebnis 2015 in einem weiterhin von tiefen Zinsen geprägten Marktumfeld deutlich verbessert und löst das Versprechen an die Aktionäre ein, deutlich mehr Dividende zu bezahlen. Der Lebensversicherer setzt in der neuen Strategie «Swiss Life 2018» weiterhin verstärkt auf Geschäft, das weniger Kapital bindet und verbessert so die Gewinnqualität.

Das Jahr 2015 sei kein einfaches gewesen, betonte CEO Patrick Frost am Dienstag an einer Telefonkonferenz. Schliesslich habe die SNB mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses die Latte für in Franken bilanzierende Firmen höher gelegt, während die Negativzinsen für die Finanzindustrie eine zusätzliche Herausforderung dargestellt hätten.

Den Reingewinn steigerte die Swiss Life trotzdem um 7% auf 878 Mio CHF und das um Währungseffekte und Restrukturierungskosten bereinigte Betriebsergebnis erhöhte sich gar um 17% auf 1,33 Mrd. Gemessen am Eigenkapital von 12,2 Mrd (-5%) kam die Rendite mit 9,7% erneut im obersten Bereich des Zielbandes von 8 bis 10% zu liegen.

Breit abgestützte Gewinnsteigerung
Zur starken Zunahme des Ergebnisses hätten alle Einheiten einen Beitrag geleistet, so die Swiss Life. Im Sparteil verteidigte die Gruppe die Zinsmarge und steigerte das Ergebnis um 18% auf 773 Mio CHF, das Risikoergebnis wuchs um 4% auf 395 Mio, und das Ergebnis aus dem Gebühren- und Kommissionsgeschäft kletterte gar um über ein Drittel auf 342 Mio. Letzteres soll bis 2018 weiter an Kraft gewinnen und einen Wert zwischen 400 bis 450 Mio erreichen.

Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Swiss Life netto eine Rendite von 3,7% (VJ 3,8%), was CFO Thomas Buess in Anbetracht des Tiefzinsumfelds als äusserst robust bezeichnete. Dies habe es erlaubt, die versicherungstechnischen Rückstellungen mit 1,2 Mrd CHF zu stärken. Die Gruppe bleibt derweil mit einer SST-Quote von rund 140% solide kapitalisiert.

Vor diesem Hintergrund hob die Swiss Life wie angekündigt die Dividende stark an, und zwar um 2 CHF auf 8,50 CHF je Aktie. Am Investorentag im vergangenen November hatte man eine Ausschüttung in Höhe von mindestens 8 CHF versprochen. Buess bestätigte, dass man auch künftig auf nachhaltige Dividenden setze, dagegen auf Aktienrückkäufe verzichte.

Schweizer BVG-Geschäft wächst
Die Prämieneinahmen der Gruppe gingen leicht um 1% auf 18,9 Mrd CHF zurück, in Lokalwährungen resultierte aber eine Zunahme von 5%. Im Heimmarkt Schweiz wuchs die Swiss Life mit 5%, wobei in der Beruflichen Vorsorge (BVG) ein Anstieg von 6% (Markt: +1%) erreicht wurde. Grund dafür bleibt die gute Nachfrage nach Vollversicherungslösungen. Gleichzeitig nahm aber auch der Anteil mit teilautonomen Versicherungslösungen im Neugeschäft auf 11% (VJ 4%) zu. Die Einnahmen von Privatkunden sanken um 1% (Markt: -2%).

In Frankreich wuchs die Swiss Life mit 2% auf 4,2 Mrd EUR, wobei der Anteil fondsgebundener Lösungen im Neugeschäft auf hohe 60% erhöht werden konnte. Dagegen sanken die Einnahmen in Deutschland um 2% auf 1,3 Mrd EUR. Hier verzichtet die Swiss Life bewusst auf den Verkauf traditioneller Lebensversicherungen, was sich in einem höheren Anteil moderner Sparprodukte sowie Erwerbsunfähigkeits- und Pflegeversicherungen widerspiegle. In beiden Ländern erreichte die Swiss Life klare Ergebnisverbesserungen.

Die Swiss Life Asset Managers steigerten die verwalteten Vermögen um 1% auf 185 Mrd CHF. Im Anlagegeschäft für Drittkunden erzielten die Einheit einen Nettoneugeldzufluss von 7,2 Mrd. Damit wurden für Dritte Vermögen in Höhe von 38,8 Mrd (+15%) verwaltet. Das Segmentsergebnis nahm um 28% auf 242 Mio zu. Hier will die Swiss Life laut Frost in Zukunft weiter wachsen, allenfalls auch mit Zukäufen.

An der Börse erhielten die Zahlen der Swiss Life Applaus, auch wenn da und dort auf eine etwas grosszügigere Dividendenzahlen gehofft worden war. Am Dienstag gewannen die Papiere, die Ende Monat in den SMI aufsteigen, 5,3% auf 256,80 CHF (SPI: +1,5). Die Swiss Life habe für 2015 «gute» Kennzahlen ausgewiesen, die insgesamt über den Erwartungen liegen, so Analysten. (awp/mc/upd/ps)

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