Swiss Re 2012: EVM-Ergebnis steigt auf 5,2 Mrd USD

Michel M. Liès
Michel M. Liès. (Foto: zvg)

Michel M. Liès, CEO Swiss Re. (Copyright: Swiss Re)

Zürich – Die Swiss Re hat im vergangenen Jahr das Ergebnis des Economic Value Managements (EVM), das der Messung der ökonomischen Wertschaffung dient, auf 5,2 Mrd USD von 0,8 Mrd im Vorjahr gesteigert. Nach Kapitalkosten belief sich der EVM-Gewinn auf 4,2 Mrd nach einem Verlust von 1,7 Mrd, wie der Rückversicherer am Freitag in einer Mitteilung schreibt.

Das ökonomische Eigenkapital (Economic Net Worth, ENW) belief sich per Ende 2012 auf 33,9 Mrd USD. Ende Dezember 2011 hatte dieser Wert 29,0 Mrd betragen. Je Aktie errechnet sich ein ökonomisches Eigenkapital von 98,87 (VJ 84,72) USD. Die EVM-Methode basiert auf marktnahen Bewertungen und erfasst die Kapitalkosten. Das EVM-System hat die Swiss Re im Jahr 2003 eingeführt. Es dient der Unterstützung geschäftlicher und strategischer Finanzentscheidungen sowie der Festlegung der variablen Vergütung innerhalb der Gruppe.

Neue Verwaltungsrätin
Weiter hat die Swiss-Re-Gruppe auch noch den Geschäftsbericht und die Traktanden für die am 10. April stattfindende Generalversammlung publiziert. Den Aktionären wird unter anderen bekanntlich die Ausschüttung einer ordentlichen Dividende von 3,50 CHF und einer Sonderdividende von 4,00 CHF je Aktie vorgeschlagen. Die geplante Kapitalrückzahlung im Umfang von rund 2,8 Mrd USD spiegle die ‹hervorragende› Kapitalbasis und die ’starke› Kapitalausstattung der Gruppe wider, so die Mitteilung.

Desweiteren schlägt der Verwaltungsrat die Zuwahl von Mary Francis als neues unabhängiges Mitglied des Gremiums für eine Amtsdauer von drei Jahren vor. Als ehemalige Generaldirektorin der Association of British Insurers werde sie ihr Wissen über die Versicherungsbranche in den VR einbringen.

Zudem sollen im bedingten und genehmigten Kapital geringfügige Änderungen beschlossen werden. Da die Ermächtigung, im Rahmen des derzeit genehmigten Kapitals Aktien zu emittieren, am 20. Mai 2013 ausläuft, schlägt der VR vor, diese Genehmigung für weitere zwei Jahre bis zum 10. April 2015 zu verlängern. Die Bezugs- respektive Vorwegzeichnungsrechte der bestehenden Aktionäre sollen bis zu diesem Zeitpunkt weiterhin ausgeschlossen und die Zahl der allenfalls zu emittierenden Aktien auf 74 Mio begrenzt werden.

«Eindrücklicher EVM-Bericht»
Die Wertschaffung im Nicht-Lebengeschäft sei markant, das hätten im Februar bereits die Angaben aus dem Geschäftsbericht klar gemacht, schreibt Stefan Schürmann von der Bank Vontobel. Doch nun deute der EVM-Report darauf hin, dass auch das Life&Health-Neugeschäft Schritt für Schritt denselben Wachstumskurs verfolge.

Das im Vergleich zu US-Gaap für Lebensversicherer deutlich aussagekräftigere EVM zeige nämlich einen 64%igen Zuwachs bei den L&H-Neugeschäftsprämien, der vor allem grossen Lebenserwartungs-Transaktionen und dem Bereich Gesundheit zu verdanken sei, so Schürmann weiter. Er hält an seiner positiven Einschätzung für die Aktie mit dem ‹Buy›-Rating und dem Kursziel von 85 CHF fest.

Kepler-Analyst Fabrizio Croce schreibt von ‹eindrücklichen› EVM-Zahlen. Diese hätten die Erwartungen übertroffen, auch wenn in die Berechnung konservative Annahmen eingeflossen seien. Derweil beinhalten die GV-Traktanden laut Croce keine Überraschungen. Er belässt das Rating auf ‹Buy› mit einem Kursziel von 83 CHF.

Die Steigerung des EVM-Gewinns sei vor allem auf das viel bessere Investment-Ergebnis zurückzuführen, meint Georg Marti von der ZKB. Auch das Neugeschäftsresultat sei klar besser. Es sei aber zu bedenken, dass das EVM-Konzept stark auf Annahmen basiere und daher für die externe Beurteilung nur beschränkt nutzbar sei.

CEO-Gesamtvergütung ist 2012 auf 6,74 Mio CHF von 5,36 Mio gestiegen
Die Gesamtvergütung für den Posten des CEO des Rückversicherers Swiss Re ist im vergangenen Jahr auf 6,74 Mio CHF von zuvor 5,36 Mio CHF angestiegen. Dabei entfalle der Anteil eines Monats auf den ehemaligen CEO Stefan Lippe, der das Amt bis Ende Januar 2012 inne hatte, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Vergütungsbericht hervorgeht. Das Salär für die restlichen elf Monaten werden dem aktuellen Konzernchef Michel Liès gutgeschrieben.

Der CEO-Lohn setzt sich aus einer festen Vergütung von 1,84 (VJ 2,36) Mio CHF, bestehend aus Grundsalär und Pauschalen in der Höhe von 1,66 Mio sowie Altersvorsorgeleistungen von 0,18 Mio, und einer variablen Vergütung von 4,90 (3,00) Mio zusammen.

Der Verwaltungsrat der Swiss Re hat eine Gesamtvergütung im Umfang von 12,3 Mio CHF nach 11,7 Mio im Vorjahr zugesprochen erhalten. Davon werden 7,43 Mio in Form von Honoraren und Zulagen in bar sowie 4,86 Mio in Form von Aktien geleistet. Präsident Walter Kielholz verdient 3,09 Mio in bar und 2,05 Mio in Form von gesperrten Aktien. Total ergibt dies eine Vergütung für Kielholz von 5,14 Mio nach 4,80 Mio vor Jahresfrist. Vizepräsident Mathis Cabiallavetta erhält 2,56 (2,39) Mio.

Aktie steigt
Die Aktien von Swiss Re legen am Freitag im Rahmen des Gesamtmarkts zu. Die Titel gewinnen bis um 10.20 Uhr 0,2% auf 78 CHF, während der SMI mit 0,12% zulegt. (awp/mc/ps)

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