Swiss Re mit höherem Gewinn – David Cole wird neuer Finanzchef

Michel M. Liès
Michel M. Liès. (Foto: zvg)

Swiss Re-CEO Michel M. Liès. (Copyright: Swiss Re)

Zürich – Der Rückversicherer Swiss Re hat im vergangenen Jahr den Gewinn erneut gesteigert und bleibt mit Blick auf die Finanzziele 2015 auf Kurs. Anhaltend tiefe Zinsen und Preisdruck beim Zeichnen von Rückversicherungsverträgen schränkten indes die Möglichkeiten für profitables Wachstum ein und so kommen die Aktionäre in den Genuss einer hohen Ausschüttung. Der neue Finanzchef heisst David Cole.

Die Dividende soll an der kommenden GV um 50 Rappen auf 8,00 CHF je Titel erhöht werden, wie Swiss Re am Donnerstag mitteilte. Die Erhöhung kommt überraschend, denn Analysten hatten höchstens mit einer zum Vorjahr unveränderten Zahlung gerechnet. Sowohl die ordentliche (auf 3,85 von zuvor 3,50 CHF) als auch die Sonderdividende (auf 4,15 von 4,00 CHF) hob Swiss Re an. Das Ziel ist es, den ordentlichen Teil Jahr für Jahr zu steigern.

Gewinn steigt weiter
Die grosszügige Ausschüttungspolitik, Swiss Re ist mit einer Dividendenrendite von 9,5% Spitzenreiter im SMI, fusst nebst der soliden Kapitalisierung auf den Ergebnissen. Der Reingewinn stieg im Berichtsjahr um 6% auf 4,4 Mrd USD. Bei dem per Ende Dezember um 1 Mrd auf 33 Mrd gesunkenen Eigenkapital ergibt sich somit eine Rendite von 13,7% (VJ 13,4%). Als Zielwert zieht Swiss Re die Rendite der 5-jährigen US-Staatsanleihen +700 Basispunkte heran, die bei 8,2% lag und daher klar übertroffen wurde.

Massgeblich verantwortlich für die nachhaltig hohe Profitabilität seien die Sach- und Haftpflicht-Rückversicherung (P&C Re) sowie die gute Performance von Corporate Solutions bei Admin Re gewesen, erklärte CEO Michel Liès vor den Medien. Ausserdem sei auf dem umgebauten Anlageportfolio, Staatsanleihen wurden ver- und Unternehmensanleihen sowie Aktien zugekauft, eine gute Rendite von 3,6% (4,0%) erzielt worden.

Preisdruck im P&C-Geschäft
In der Sparte P&C Re führte die moderate Belastung aus Naturkatastrophen zu einem tiefen Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) von 85,3% nach noch besseren 83,1% im Vorjahr. Um die Auflösung von Rückstellungen für Geschäfte aus früheren Jahren bereinigt und unter Annahme eines „normalen“ Schadenverlaufs weist Swiss Re eine Combined Ratio von 94,6% aus. Im laufenden Jahr wird im schwierigen Umfeld mit einem „bereinigten“ Satz von 95% gerechnet.

Das Volumen im P&C-Geschäft steigerte Swiss Re um 18% auf 14,5 Mrd USD, wobei das Gros des Wachstums mit dem im Jahr 2012 aufgelösten Quotenrückversicherungsvertrag von Berkshire im Zusammenhang steht. Künftige Wachstumschancen ortet der Swiss-Re-Chef in aufstrebenden Märkten, etwa in China. Das habe sich auch in der Januar-Erneuerungsrunde gezeigt.

Allerdings stehen in der wichtigsten Erneuerungsrunde des Jahres traditionell die meisten Verträge in Europa zur Neuzeichnung an. Swiss Re hatte dort Vorsicht walten lassen und bei einem um 3,6% rückläufigen Preisniveau 6% weniger Volumen gezeichnet. Die Preisqualität im 9,2-Mrd-schweren erneuerten Portfolio sei aber weiterhin „attraktiv“, versicherte Liès.

In der Sparte Corporate Solutions sieht sich Swiss Re mit einem Anstieg von 28% auf 2,92 Mrd USD auf Kurs, um bis 2015 ein Geschäftsvolumen zwischen 4-5 Mrd zu erreichen. Die Rendite steht bereits bei 9,6% (Ziel 2015: 10-15%). Admin Re erzielte einen zum Vorjahr markant höheren Gewinn von 423 Mio.

Weniger Freude bereitete das sich im Umbau befindende L&H-Geschäft. Dort drückten Reserveaufstockungen in Australien von 369 Mio USD die operative Marge auf 5,2% (8,6%). Die Rendite betrug 5,4% und soll trotz allem bis 2015 auf die anvisierten 10 bis 12% steigen. Im Jahr 2014 werden aber noch – wie angekündigt – Restrukturierungskosten von 0,5 Mrd belasten.

David Cole neuer CFO
Die Nachfolge von CFO George Quinn, der zur Zurich-Gruppe wechselt, tritt Anfang März der gegenwärtige Group Chief Risk Officer David Cole an. Cole arbeitet seit November 2010 bei der Swiss Re.

Die Swiss-Re-Aktien rutschten am Donnerstag nach gutem Start in die Verlustzone, schlossen am Ende aber 0,2% höher bei 83,20 CHF (SMI: -0,33%). Analysten beurteilten die Resultate durchwegs positiv und zeigten sich von der Dividendenerhöhung überrascht. (awp/mc/upd/pg)

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