Swiss Re will mit neuen Einheiten Marktchancen nutzen

George Quinn

Swiss Re-CEO George Quinn.

Zürich – Der Rückversicherer Swiss Re will in Zukunft über die neue Organisationsstruktur mit den drei Einheiten Reinsurance, Corporate Solutions und Admin Re die sich bietenden Marktchancen besser nutzen. Das für die Geschäftsentwicklung zur Verfügung stehende Kapital soll dort eingesetzt werden, wo die Ertragschancen am grössten sind. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Schwellenmärkte.

Swiss Re sei gut positioniert, um «hervorragende» Geschäftschancen wahrzunehmen, teilte der Konzern im Vorfeld des am Dienstag stattfindenden Investorentag mit. Künftig wolle man den Markt dank dieser Chancen, der Kapitalstärke und mit den neu organisierten Geschäftseinheiten übertreffen. Dabei habe die Erreichung der bereits kommunizierten Finanzziele 2011-2015 der Gruppe nach wie vor oberste Priorität.

Strategie weiterverfolgen
An der bisher eingeschlagenen Strategie werde Swiss Re festhalten, erklärte CFO George Quinn an einer Telefonkonferenz. Der Fokus liege nach wie vor beim Kunden, das Underwriting respektive das Zeichnen von Risiken bleibe «erstklassig» und man verfolge weiterhin eine umsichtige Anlagestrategie.

Mit der neuen Segmentsstruktur verbessere Swiss Re aber die Transparenz, so Quinn weiter. Damit sei klarer ersichtlich, woher die erzielten Gewinne stammten. «Die neue Struktur erlaubt auch die Verlagerung von Kapital innerhalb der Gruppe auf Bereiche mit höheren Renditen, sei dies im Zusammenhang mit Neugeschäft oder mit der Ausschüttung von Dividenden aus bestehenden Portefeuilles», sagte der Finanzchef.

Verbesserung von Wachstum und Profitabilität
Im wichtigsten und grössten Bereich P&C Reinsurance rechnet Swiss Re damit, dass die weitere Preisverfestigung eine Verbesserung der Margen fördert. Swiss Re werde Kapital dazu einsetzen, um von den hervorragenden Geschäftschancen und Wachstumsmöglichkeiten in entwickelten und aufstrebenden Märkten zu profitieren. Im aktuellen Marktumfeld rechnet Swiss Re damit, eine Eigenkapitalrendite (ROE) zwischen 10 und 15% zu erzielen.

«Wir wollen weiterhin weltweit der führende Rückversicherer sein», bekräftigte Quinn die Ambition von Swiss Re. Dabei sieht er gute Wachstumschancen. Da sei etwa das Ende Jahr auslaufende Quota-Share-Abkommen mit Berkshire Hathaway, welches der Gruppe bei einer allfälligen Reintegration auf einen Schlag ein Wachstum von über 20% bescheren würde.

Steigende Preise in Schwellenländern
Zudem rechnet Quinn mit gutem Wachstum bei weiter steigenden Preisen in den Schwellenländern, besonders im Geschäft zur Deckung von Naturkatastrophenrisiken. Swiss Re erwarte in der April-Erneuerungsrunde in Asien mit Preis- und Prämienwachstum, nachdem die Region im vergangenen Jahr von verheerenden Katastrophen (z.B. Tsunami in Japan, Flut in Thailand) heimgesucht wurde.

Die Schwellenländer, wo Swiss Re gruppenweit rund 15% des Umsatzes generiert, sollen künftig an Bedeutung gewinnen. Der Konzern geht davon aus, dass der Umsatzanteil aus dieser Region 2015 zwischen 20 und 25% liegen wird.

Zurückhaltung im Life&Health-Rückversicherungsgeschäft
Für das Life&Health-Rückversicherungsgeschäft schlägt Swiss Re etwas zurückhaltendere Töne an. Zwar würden sich die Margen im Neugeschäft voraussichtlich verbessern, dennoch sei insgesamt mit einem ROE von lediglich 7 bis 9% zu rechnen und so seien Umverschiebungen von Kapital in lukrativere Segmente nicht auszuschliessen.

Corporate Solutions fördern
In der Einheit Corporate Solutions, wo Swiss Re global Versicherungslösungen für Grossunternehmen anbietet, sieht sich der Rückversicherer als Nischenanbieter mit einer stabilen Kapitalausstattung. Daraus ergäben sich Möglichkeiten für bedeutendes und profitables Wachstum. Quinn geht davon aus, dass das Prämienvolumen von rund 2 Mrd USD aus dem Jahr 2011 bis Ende 2015 verdoppelt werden kann. Den ROE sieht er zwischen 10 und 15%.

Mit Admin-Re-Transaktionen, also im Geschäft mit der Übernahme von geschlossenen Versicherungsportefeuilles, will Swiss Re ihre starke Marktposition halten. Admin Re unterstütze die Holdinggesellschaft mit der Schaffung von Liquidität und Gewinnen. Admin-Re-Transaktionen würden aber nur dann getätigt, wenn der Preis stimme, so Quinn. Die entsprechende Hurdle Rate liege bei einem ROE von 11%.

Mit der neuen Struktur könne Swiss Re das Kapitalmanagement entscheidend verbessern, glaubt Quinn. P&C Reinsurance und Corporate Solutions würden angesichts besserer Marktbedingungen und des Abschlusses von grossen Transaktionen voraussichtlich mehr Kapital einsetzen. Dagegen dürften L&H Reinsurance und Admin Re wahrscheinlich höhere Dividenden auszahlen.

Gruppenziele bestätigt
Alles in allem hält der Rückversicherer an den Gruppenzielen fest. Dazu ist Swiss Re gemäss Quinn «ausgezeichnet» positioniert. In der Periode 2011 bis 2015 peilt die Gruppe eine Eigenkapitalrendite (RoE) an, die im Durchschnitt um 700 Basispunkten über der risikofreien Rendite liegt. Für den Gewinn je Aktie strebt Swiss Re über die fünf Jahre ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 10% an. Das ökonomische Eigenkapital soll pro Aktie (plus Dividende) ebenfalls um jährlich durchschnittliche 10% wachsen. (awp/mc/pg)

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