Towers Watson: Vermögen der Pensionskassen massiv reduziert

Pensionskasse
(Foto: eyetronic - Fotolia.com)

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Zürich – Der Entscheid der Nationalbank, die Untergrenze von 1,20 Franken für einen Euro per sofort aufzuheben, hatte den nachteiligen Effekt, dass geschätzt über 30 Mrd Franken Pensionskassenvermögen vernichtet worden sind. Durchschnittlich dürften Schweizer Pensionskassen am Donnerstag rund 4% Vermögenseinbussen im Verlaufe des Tages realisiert haben, schreibt die Unternehmensberatung Towers Watson in einer Mitteilung.

Diese Schätzung basiert auf dem Medianportfolio des ASIP Performancevergleichs, welcher einen ungehedgten Fremdwährungsanteil von rund 25% ausweist und auf das gesamte vorhandene Pensionskassenvermögen von rund 750 Mrd Franken (ohne Pensionskassenvermögen bei Versicherungsgesellschaften) hochgerechnet wurde. Die Finanzmärkte sind denn auch gestern auf dramatische Weise durch diese Massnahme der SNB durcheinandergebracht worden. Insbesondere

  • ist eine Abwertung des Euros von 13% gegenüber dem Franken zu verzeichnen,
  • reduzierte sich der Dollar gegenüber dem Schweizer Franken um 12%,
  • verloren Schweizer Aktien rund 9% an Wert (Stand 15.01.2015) .

Deckungsgrad um 4 % gesunken
Der durchschnittliche Deckungsgrad von Schweizer Pensionskassen dürfte an diesem Tag auf einen Schlag ebenfalls um rund 4% zurückgegangen sein. Die Entscheide über die Verzinsung der Altersguthaben der Versicherten sind bei den meisten Pensionskassen noch im alten Jahr aufgrund der allgemein guten Rendite gefällt worden und fielen deshalb vor allem bei den gut finanzierten Vorsorgeeinrichtungen grosszügig aus (vielfach über 3%, also deutlich über dem BVG-Mindestzins von 1.75%.) Es fragt sich natürlich, ob die negative Marktentwicklung nur eine vorübergehende überschiessende Reaktion darstellt oder ob sich dies nachhaltig so weiterentwickeln wird. Vieles spricht für das Letztere und würde für einige Pensionskassen bedeuten, dass sie ihre Verzinsungsentscheide unter Umständen wieder revidieren wollen.

Die SNB hat gestern ebenfalls entschieden, den offiziellen Zinssatz für ihre Sichteinlagen auf Minus 0.75% zu setzen, um Anlagen in Schweizerfranken so unattraktiv wie möglich zu machen. Dies hatte die unmittelbare Auswirkung, dass die Renditen auf erstklassigen Unternehmensanleihen (SBI A-AAA corporate bond index) sich nochmals um 11 Basispunkte reduzierte; die Reduktion seit 31. Dezember 2014 beläuft sich nunmehr auf 31 Basispunkte. „Die Auswirkungen dieser Renditesenkungen auf die Rechnungslegung der Unternehmen nach IFRS und US GAAP sind bedeutend. Die Verpflichtungen erhöhen sich um 3% bis 4%, während sich gleichzeitig die verfügbaren Vermögen wie oben beschrieben reduzieren. Sollten diese Marktbedingungen weiter bestehen, werden die nächsten Geschäftsabschlüsse der Unternehmen sich noch weiter signifikant verschlechtern“, fasst Peter Zanella, Head of Retirement Solutions bei Towers Watson in Zürich, zusammen. (Towers Watson/mc/pg)

Towers Watson

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