UBS-Finanzchef: Signifikanter Anstieg von „Margin Calls“

Kirt Gardner
UBS-Finanzchef Kirt Gardner. (Foto: UBS)

Zürich – Auch die Grossbank UBS steht ganz im Bann der Coronavirus-Krise. Es sei bisher aber nicht zu grösseren Störungen bei den Dienstleistungen für Kunden gekommen, sagte Finanzchef Kirt Gardner am Mittwoch an einer Konferenz der US-Investmentbank Morgan Stanley in London. Zudem seien grosse Volumen erfolgreich in allen Bereichen und insbesondere im Handel bewältigt worden.

Gleichzeitig sei es aber auch zu einem signifikanten Anstieg von „Margin Calls“ gekommen, sagte Gardner. Dabei handelt es sich um Nachschussforderungen an Investoren für ihre Engagements, die von den Banken beziehungsweise Brokern abgerufen werden.

Sie würden tägliche Liquiditätsabrufe sehen, so Gardner weiter. Die UBS habe aber bis dato wenige Verluste im Portfolio mit Lombardkrediten gesehen.

Keine Liquiditätskrise befürchtet
Es sei des Weiteren zu einer starken Belastung der US-Dollar-Liquidität gekommen, was den Stress für die Banken erhöht habe. Er rechne aber nicht mit einer Liquiditätskrise für die Branche wegen der Coronavirus-Krise, sagte der CFO.

Das Ausmass der Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft insgesamt sei heute noch nicht abschätzbar, sagte Gardner. Die Branche stehe derweil im Austausch mit der SNB. Und für die Unternehmen, welche am meisten getroffen sind, erwarte er bis Ende der Woche oder spätestens über das Wochenende Entscheidungen der Währungshüter für Hilfsmassnahmen.

Die UBS selbst sieht sich gut kapitalisiert, um auch ein schweres Stress-Szenario zu bewältigen. Die Grossbank werde zudem weiterhin Kredite vergeben an Einzelpersonen oder Unternehmen sowie Investitionen unterstützen, sagte Gardner. „Finanzdienstleistungen werden entscheidend sein, um die Wirtschaft zu unterstützen, während dieser sich abzeichnenden Krise des öffentlichen Gesundheitsbereichs und wegen dem wirtschaftlichen Schock.“

Emissionsmarkt mehr oder weniger zu
Die Grossbank habe sich auch organisatorisch bis dato gut an die neuen Gegebenheiten angepasst. Nach dem Vorbild in Asien, wo die Ausbreitung des Coronavirus ihren Anfang genommen hatte, wurde auf alternative Mittel umgestellt: statt die Kunden physisch von Angesicht zu Angesicht zu beraten. Es sei in die IT gesteckt worden, und das Geschäft insgesamt sei nicht gehemmt worden.

Mit Blick auf das Geschäft sagte er zudem, dass die UBS sich weiterhin auf die Kreditvergabe konzentrieren werde – dabei vor allem auf Lombardkredite und Hypotheken. Die Nachfrage werde da sein im weiteren Jahresverlauf.

Mit Blick auf Bereiche sagte er, das Investment Banking, welches 2019 einen massiven Gewinnrückgang hinnehmen musste, habe sich zum Jahressstart 2020 und auch trotz Krise widerstandsfähiger als der Markt gezeigt. Unter anderem sei die Bank sehr zufrieden mit ihrer Pipeline für den Primärmarkt. Allerdings sei dieser aktuell mehr oder weniger zu. Da müsse jetzt erst einmal abgewartet werden.

GV findet statt
Die ordentliche Generalversammlung wird am 29. April wie geplant stattfinden. Der Anlass soll per Livestream übertragen werden. (awp/mc/pg)

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