UBS-Rettung beschert SNB Gewinn von über 5 Mrd USD

Thomas Jordan

Thomas Jordan, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (Copyright: SNB)

Zürich – Die Rettung der UBS aus der Notlage in der Finanzkrise hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einen Gewinn von über 5 Mrd. Dollar beschert. Mit dem Verkauf des Stabilitätsfonds, der die Schrottpapiere der UBS enthielt, kann die SNB einen Schlussstrich unter die Finanzkrise ziehen.

In einer beispiellosen Rettungsaktion hatte die Nationalbank im Oktober 2008 Schrottpapiere der in Schwierigkeiten geratenen UBS im Umfang von 38,7 Mrd USD übernommen, für die sich damals keine Käufer mehr finden liessen. Gleichzeitig stärkte der Bund das Eigenkapital der Grossbank mit 6 Mrd CHF.

«Wir sind da für die Ewigkeit», sagte damals SNB-Chef Jean-Pierre Roth. Im Keller der SNB würden die Papiere weniger Schaden anrichten als bei der UBS, wo sie Quartal für Quartal die Bilanz zerrüttet hätten. «Wir können in Ruhe handeln», sagte Roth an jenem denkwürdigen 16. Oktober 2008, als das Hilfspaket bekannt gegeben wurde.

Noch nie zuvor hatte es in der Schweiz eine Rettungsaktion in einem solchen Ausmass zur Stabilisierung einer Bank gegeben, zog nun der heutige SNB-Präsident Thomas Jordan am Mittwoch vor den Medien in Zürich Bilanz. SNB und Bund seien damals hohe Risiken mit grossem Verlustpotential eingegangen.

Glücklicher Abschluss
«Fünf Jahre danach und einiges früher als erwartet können wir den glücklichen Abschluss des Stabilisierungsfonds melden», sagte Jordan. Ursprünglich sei die Aktion auf acht Jahre mit einer möglichen Verlängerung auf zwölf Jahre angelegt gewesen. Die Befürchtungen seien zum Glück nicht eingetreten.

Im Laufe der Zeit konnte der Stabilisierungsfonds die Aktiven, von denen fast drei Viertel auf Hypotheken basierten, verkaufen. Dabei habe die Markterholung geholfen, sagte Jordan.

Zudem sei man zeitlich nicht unter Druck gestanden, wodurch man Flauten habe überstehen können. Man habe verkauft, wenn der Finanzmarkt gut gelaufen sei, und stillgehalten, wenn der Markt runter gegangen sei, erklärte Stabilitätsfonds-Leiter Marcel Zimmermann.

Insbesondere bei den US-Wohnimmobilien hat der Stabilitätsfonds mehr Geld zurückgeholt, als er investiert hatte. In Europa sei das wegen der Staatsschuldenkrise schwieriger gewesen, sagte Zimmermann. Deshalb seien auf dem «Alten Kontinent» keine grossen Gewinne erzielt worden.

Im einzelnen flossen dem Stabilisierungsfonds 13,4 Mrd USD an Rückzahlungen zu, während Verkäufe 15,8 Mrd in die Kasse spülten. Hinzu kamen noch Zinszahlungen von 3,9 Mrd.

Mittlerweile hat der Stabilitätsfonds praktisch das ganze Ramschportfolio verkauft. Ende September enthielt der Stabilitätsfonds praktisch nur liquide Mittel. Die unverkauften Aktiven hatten lediglich noch einen Marktwert von 2 Mio USD.

Gewinne nie das Hauptziel
Ende September hatte der Rettungsfonds ein Eigenkapital von 6,523 Mrd USD. Daraus fliessen der SNB jetzt 3,762 Mrd an Gewinn zu. Dazu gesellen sich noch Zinseinnahmen von 1,6 Mrd über die Laufzeit des Darlehens. Damit hat sich die Rettung der UBS für die SNB in finanzieller Hinsicht ausgezahlt.

«Ende gut – alles gut», sagte Jordan. Erfreulich sei, dass die Nationalbank keinen Verlust erlitten habe und am Schluss einen beachtlichen Gewinn erzielen konnte, sagte Jordan. Aber der Gewinn sei nie das Hauptziel gewesen. Der primäre Zweck des Stabilisierungsfonds sei die Stärkung des Schweizer Finanzsystems gewesen.

Der Erfolg sollte nicht zu weiteren Bankenrettungen verleiten, warnte Jordan: «Liquiditätshilfen der Nationalbank müssen immer die absolute Ausnahme bleiben.»

Der Bund war bereits 2009 wieder aus der UBS ausgestiegen. Die Bundeskasse konnte sich über einen Gewinn von 1,2 Mrd CHF freuen. Damit war die Rettung der UBS für den Schweizer Staat insgesamt kein Verlustgeschäft.

Kostspielige Rettung für UBS
Die UBS kam weniger glimpflich davon. Die Grossbank musste eine Einmaleinlage von 3,9 Mrd. in den Stabilisierungsfonds machen. Jetzt erhält sie aus dem Stabilitätsfonds 2,762 Mrd USD zurück.

«Das war eine kostspielige Angelegenheit für die UBS», sagte Jordan. Insgesamt seien der Grossbank Kosten von etwa 4 Mrd CHF entstanden. Insgesamt hatte die Bank mit verfehlten Spekulationen mit US-Hypothekenpapieren rund 50 Mrd USD in den Sand gesetzt. (awp/mc/upd/ps)

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