UBS baut Vermögensverwaltung um und teilt Europageschäft auf

UBS baut Vermögensverwaltung um und teilt Europageschäft auf
Iqbal Khan, Co-President Global Wealth Management UBS. (Foto: UBS)

Zürich – Der neue UBS-Topmanager Iqbal Khan hinterlässt bereits deutliche Spuren bei der Grossbank. Die von Khan und Tom Naratil geleitete Vermögensverwaltungssparte wird nun umgebaut und die Strukturen werden verschlankt. Die Geschäftsregion Europa, Naher Osten und Afrika wird in drei Regionen aufgeteilt. Die Reorganisation führt zum Abbau von mehreren hundert Stellen.

Ziel der Massnahmen sei es, die heutige Marktposition der UBS-Vermögensverwaltung noch weiter ausbauen können, wie es in einem von Khan und Naratil am Dienstag versandten internen Memo heisst, das der Nachrichtenagentur AWP vorliegt. So will die UBS den Vermögensverwaltungskunden den Zugang zu Krediten und Finanzierungen erleichtern und ihnen verstärkt Zugang zu Produkten der Investment Bank eröffnen.

Mit der Reorganisation dürfte es auch zum Abbau von Arbeitsplätzen kommen. Wie Khan an einer Telefonkonferenz für Journalisten sagte, dürften aber höchstens 2 Prozent der Mitarbeiter respektive höchstens 500 Stellen abgebaut werden – dies bei einer jährlichen Fluktuation von 7 bis 8 Prozent. Der Schweizer Markt sei von der Reorganisation nicht betroffen, sollte aber davon ebenfalls profitieren können.

Drei Regionen
Die Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) – laut den Angaben eine der „grössten und diversesten“ Regionen der UBS – wird nun in drei Geschäftseinheiten aufgeteilt: Neu sind dies Europa (EU) unter Führung der bisherigen EMEA-Chefin Christine Novakovic, Zentral- und Osteuropa unter Führung von Caroline Kuhnert und Mittlerer Osten und Afrika (MEA) unter Leitung von Ali Janoudi.

Im „reifen Markt“ Westeuropa will die UBS vor allem die Profitabilität deutlich steigern, wie den Angaben zu entnehmen ist. In Zentral- und Osteuropa ebenso wie im Mittleren Osten und Afrika will die Bank dagegen ihr Geschäftsvolumen verdoppeln.

Wie bereits im Dezember bekannt wurde, wird das bisher separat geführte Geschäft mit den reichsten Kunden (Ultra High Net Worth Business UHNWI) aufgelöst. Die „ultrareichen“ Kunden, die keine Investmentbanking-Dienstleistungen benötigen, werden dabei den bestehenden Regionen zugewiesen. Der Leiter dieses Geschäfts, Joseph Stadler, übernimmt nun das Global Family Office (GFO), wo die UBS die Zahl der Kunden verdoppeln möchte.

Lokale Autonomie
Dank der Reorganisation sollen zudem die lokalen Geschäftseinheiten verstärkt werden. Diese sollen im Interesse einer grösseren Kundennähe und schnelleren Entscheidungsprozessen mehr Autonomie erhalten als bisher. Um flachere Hierarchien zu erreichen, sollen künftig bis zu drei Management-Ebenen wegfallen.

Durch einen divisionsübergreifenden Ansatz soll zudem der Zugang der Kunden zu Krediten verbessert werden, die mit Aktien oder Obligationen aber auch Hedgefonds oder Private Equity abgesichert sind. Auch im Bereich der Investitionsprodukte und dem Zugang zu Spezialisten und Ideen sollen die Kunden von einem verbesserten Angebot durch die Zusammenarbeit mit der Investment Bank profitieren.

Khan-Drehbuch
Die UBS war in den vergangenen Jahren in ihrer „Paradesparte“, der Vermögensverwaltung, hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Getrieben worden sei dieses Geschäft zuletzt vor allem von einem Anstieg in Amerika, kommentierten am Dienstag etwa die Analysten der Deutschen Bank: Gerade in der Region EMEA gebe es noch ein deutliches Aufholpotenzial.

Vom neuen UBS-Manager Khan erhoffe man sich ein ähnliches Drehbuch, wie dieser bereits bei seinem früheren Arbeitgeber Credit Suisse (CS) verwendet habe, so die Analysten der deutschen Grossbank: So könne die Region EMEA dank einem stärkeren Wachstum der Darlehen an die Vermögensverwaltungskunden, Neugeldwachstum, besserer Produktivität der Berater und Kostenkontrolle „aufholen“.

Iqbal Khan hatte im vergangenen Jahr allerdings medial vor allem wegen der Beschattungsaffäre für Schlagzeilen gesorgt. Mit dem heutigen Schritt sorgt er hingegen für eine gewisse Freude bei den Investoren. Die UBS-Aktie gehörte am Dienstag zu den grössten Gewinnern im SMI und legte bis Handelsschluss um 2,6 Prozent zu. Das CS-Papier erreichte mit 2,5 Prozent ein ähnliches Plus. (awp/mc/ps)

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