UBS übertrifft mit Quartalsgewinn von 2,8 Mrd Dollar die Markterwartungen
Zürich – Die UBS hat im zweiten Quartal 2026 klar mehr verdient. Trotz der drohenden Verschärfung der Schweizer Kapitalvorschriften setzt die Grossbank ihre Aktienrückkäufe fort.
Der Konzerngewinn erreichte laut Mitteilung vom Mittwoch in den Monaten April bis Juni 2,80 Milliarden US-Dollar und damit 17 Prozent mehr. Dabei fiel ein positiver Steuereffekt aus dem Vorjahreszeitraum weg, so dass es vor Steuern im Vorjahresvergleich deutlich mehr waren, nämlich 3,59 Milliarden und damit 64 Prozent mehr.
Um Restrukturierungskosten bereinigt blieb ein Vorsteuergewinn von 3,89 Milliarden (+45%). Die Erträge der Bank stiegen derweil um 13 Prozent auf 13,70 Milliarden Dollar an, während der Aufwand mit 9,99 Milliarden um 2,4 Prozent zunahm.
Das für eine Bank wichtige Kosten/Ertrags-Verhältnis lag damit bei 72,9 Prozent, auf bereinigter Basis war der Wert mit 70,0 Prozent etwas besser. Mit den Zahlen hat die grösste Schweizer Bank die Markterwartungen einmal mehr übertroffen.
GWM-Nettoneugeld von 35,5 Mrd
Im Kerngeschäft – in der globalen Vermögensverwaltung – konnte die Grossbank weitere Kundengelder akquirieren. Der Nettoneugeldzufluss belief sich in dem Bereich auf 35,5 Milliarden Dollar. Damit verwaltete die UBS per Mitte Jahr über alle Bereiche der Gruppe hinweg Vermögen in der Höhe von 7326 Milliarden nach 6881 Milliarden Ende März.
Zudem machte die UBS bei der Integration der vor drei Jahren übernommenen Credit Suisse weitere Fortschritte. Der Abschluss zum Jahresende sei «auf gutem Weg», schreibt die Bank dazu. Mehr als 90 Prozent der alten Anwendungen würden nicht mehr genutzt, und rund 70 Prozent seien bereits vollständig ausser Betrieb genommen.
Mit Blick in die Zukunft gibt sich die UBS wie gewohnt eher zurückhaltend: «Zu Beginn des dritten Quartals bleibt das Marktumfeld insgesamt konstruktiv, unterstützt durch eine solide Kundenaktivität, eine zunehmend breit abgestützte Marktführerschaft sowie eine historisch hohe Dispersion am Aktienmarkt», heisst es. Gleichzeitig würden die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die volatilen Energiepreise zu Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Inflations- und Zinsentwicklung führen.
Neues Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar
Trotz der drohenden Verschärfung der Schweizer Kapitalvorschriften setzt die UBS setzt ihre Aktienrückkäufe fort. Nachdem sie ihr letztes Programm im Juli beendet hat, startet sie nun ein neues Aktienrückkaufprogramm. Bis spätestens zum Ende des zweiten Quartals 2027 sieht dieses den Erwerb eigener Aktien im Wert von 3 Milliarden Dollar vor.
Bereits in den nächsten drei Monaten will die Grossbank Aktien im Wert von 1 Milliarde Dollar zurückkaufen, wie die sie am Mittwoch bei der Präsentation der Zweitquartalszahlen mitteilte. Eine Rückstellung für das neue Programm sei bereits in der Kernkapitalquote (CET1) per Mitte Jahr berücksichtigt.
Warten auf «zusätzliche Klarheit»
Der Betrag und das Tempo der Aktienrückkäufe hängen laut der Mitteilung von den kurzfristigen Finanzergebnissen und -aussichten ab wie auch von der Aufrechterhaltung einer Kernkapitalquote von rund 14 Prozent. Ein Einflussfaktor sei aber auch «zusätzliche Klarheit» im Hinblick auf die parlamentarische Beratung über die Kapitalisierung der ausländischen Beteiligungen der UBS.
Zudem hat die Grossbank im zweiten Quartal Abgrenzungen für Dividendenerhöhungen im «mittleren Zehnprozentbereich» vorgenommen.
Grundlage für die geplanten Ausschüttungen sind eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 14,4 Prozent und eine Leverage Ratio (CET1) von 4,4 Prozent. Diese liegen damit klar über den eigenen Vorgaben. (awp/mc/pg)