UBS überzeugt mit starkem Zweitquartals-Ergebnis

UBS überzeugt mit starkem Zweitquartals-Ergebnis

Zürich – Die UBS hat im zweiten Quartal ein starkes Resultat präsentiert. Vor allem im Kerngeschäft der globalen Vermögensverwaltung läuft der Motor derzeit wie geschmiert. Investoren griffen entsprechend bei den UBS-Aktien im grossen Stil zu.

Unter dem Strich erzielte die grösste Schweizer Bank in der Periode von April bis Juni einen Gewinn von 2,01 Milliarden US-Dollar und damit 63 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Vor Steuern waren es mit 2,59 Milliarden gar 64 Prozent mehr.

Nicht überraschend zeigte sich CEO Ralph Hamers sehr zufrieden: «Unsere Geschäftsentwicklung nimmt immer mehr Fahrt auf, wobei unsere strategischen Entscheide und Initiativen entsprechend Früchte tragen», sagte er am Dienstag an einer Analystenkonferenz.

Marktanteile gewonnen
Die Bank profitiere dabei vom anhaltend guten Marktumfeld, habe aber auch sonst gut gearbeitet und entsprechend Marktanteile gewonnen, so Hamers. Zwar wollte er diesbezüglich nicht konkreter werden, es könnte aber gut sein, dass die UBS ihrer Schweizer Konkurrentin Credit Suisse, die nach einigen Skandalen derzeit massiv geschwächt ist, zumindest im Heimmarkt einiges an Geschäft weggenommen hat.

Positiv auf das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr hat sich aber auch die Auflösung von Rückstellungen auf Kreditrisiken ausgewirkt. Vor gut einem Jahr, also nach Beginn der Corona-Pandemie und dem weltweiten Wirtschaftseinbruch, musste die Bank hierfür hohe Summen zurückstellen.

Alleine im Vorjahresquartal waren es beispielsweise 272 Millionen US-Dollar. Im zweiten Quartal 2021 hingegen konnte die UBS – da nun klar ist, dass der Einbruch weniger schlimm ist als befürchtet – netto 80 Millionen dieser Rückstellungen wieder auflösen.

Dafür, dass die Erwartungen von Analysten beim vorgelegten Ergebnis deutlich übertroffen wurden, gibt es noch einen weiteren Grund: Die Bank hat vor einiger Zeit ein Kostensparprogramm über 1 Milliarde US-Dollar aufgelegt, wobei sie in diesem Quartal 300 Millionen an Kosten verbuchen wollte. Nun wurden aber im Berichtsquartal lediglich 90 Millionen am Restrukturierungskosten verbucht.

Kerngeschäft läuft
Grundsätzlich sind es allerdings weniger die Spezialeffekte, die das Ergebnis massgeblich beeinflusst haben, sondern es ist das operative Geschäft, das nach vielen Quartalen der Stagnation seit einiger Zeit immer besser läuft. CEO Hamers betonte insbesondere den starken Fokus auf Kundinnen und Kunden und deren Bedürfnisse. Vor allem in Zeiten wie diesen wollten die Kunden von der Expertise der Bank profitieren.

Die globale Vermögensverwaltung (GWM) und damit das Kerngeschäft der Bank hat mit einem Vorsteuergewinn von 1,29 Milliarden US-Dollar (+47%) rund die Hälfte zum operativen Gewinn beigetragen. Hier gelang es der Bank, allein im zweiten Quartal 25 Milliarden US-Dollar an neuen gebührengenerierenden Geldern an Land zu ziehen. Zudem konnte die Bank auch zusätzliche Kredite an ihre Kunden vergeben, die ebenfalls Gebühren für die UBS generieren.

Profitiert hat aber auch die Investmentbank; vor allem im Geschäft mit Firmenkäufen und -zukäufen lief das Geschäft im Berichtsquartal mehr als rund. Und im Schweiz-Geschäft profitierte die Bank davon, dass Herr und Frau Schweizer nach der lockdownbedingten Flaute im Vorjahr wieder vermehrt das Haus verliessen und dabei mit ihren Kreditkarten bezahlten oder dafür Devisen brauchten.

Nach 2 Milliarden Gewinn im zweiten Quartal und 1,8 Milliarden im ersten Quartal hat die Bank für das erste Halbjahr also bereits 3,8 Milliarden an Gewinn eingespielt. Ob es in diesem Tempo weitergeht, muss sich zeigen. Im laufenden Quartal erwartet die Bank saisonal bedingt zwar etwas geringere Kundenaktivitäten. Man wolle aber das Momentum aufrechterhalten und nicht nachlassen, betonte CEO Hamers.

Dass die guten Zahlen der UBS nicht als Zufall angesehen werden, zeigte auch die Reaktion an der Börse. Die UBS-Aktie kletterten mit einem Plus von 5,3 Prozent in die Höhe und war damit klarer Spitzenreiter im SMI. Vor allem in der Breite wurde das Ergebnis beklatscht. «Keine der Divisionen hat enttäuscht», meinte etwa die ZKB in einem Kommentar. (awp/mc/pg)

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