UBS will auch bei Devisenmarkt-Skandal als Kronzeuge Strafe minimieren

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UBS-Sitz in London.

London / Zürich – Die UBS will die Strafe im Devisenmarkt-Skandal offenbar über eine Kronzeugenregelung möglichst gering halten. Die Grossbank wolle den Behörden in Europa und den Vereinigten Staaten als erste Bank die Ergebnisse ihrer internen Untersuchungen zu der möglichen Manipulation von Devisenkursen zur Verfügung stellen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Bei der Aufklärung der Manipulationen der Zinssätze Libor und Euribor war die UBS ebenfalls Kronzeuge und ist in weiten Teilen Europas straffrei ausgegangen.

So konnte sie eine Strafe der EU-Kommission von 2,5 Mrd EUR verhindern. Für die Einigung mit den Behörden in Grossbritannien, der Schweiz und den USA musste die UBS allerdings 1,4 Mrd CHF auf den Tisch legen. Ein UBS-Sprecher wollte die Bloomberg-Informationen zum aktuellen Stand im Devisenmarkt-Skandal nicht kommentieren. Er verwies lediglich auf frühere Aussagen. Demnach arbeitet die UBS mit den Behörden zusammen. Ein Sprecher der EU-Kommission wollte nicht sagen, ob die Schweizer wie bei der Zinsmarkt-Manipulation einen Kronzeugenstatus bekommen.

Weltweite Untersuchungen
Derzeit untersuchen mindestens zwölf Aufsichtsbehörden weltweit, ob der Devisenhandel manipuliert wurde. Dieser ist mit einem täglichen Volumen von rund fünf Billionen Dollar der grösste Finanzmarkt weltweit. Da das Geschäft kaum reguliert ist, gestalten sich die Untersuchungen schwierig. Im Visier sind dabei wie schon beim Euribor/Libor die grössten Banken der Welt. Nach Bloomberg-Informationen sind derzeit mindestens 21 Devisenhändler von verschiedenen Banken freigestellt oder gekündigt worden. (awp/mc/ps)

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