US-Grossbanken müssen sich dickeres Kapitalpolster zulegen

Janet Yellen
Janet Yellen, ehemalige Fed-Chefin. (Foto: © United States Government Work)

Chefin Janet Yellen verordnet den acht grössten Banken des Landes ein dickeres Kapitalpolster. (Foto: US Government Work)

Washington – Die acht grössten Banken der USA müssen künftig mehr Kapital vorhalten, um besser für Krisenfälle gewappnet zu sein. Die Spitzengremien der zuständigen Aufsichtsbehörden nickten die neuen Regeln am Dienstag ab. Sie gelten ab dem Jahr 2018.

„Die Finanzkrise hat gezeigt, dass einige Finanzfirmen inzwischen so gross, so hoch verschuldet und so stark miteinander verwoben sind, dass ihr Zusammenbruch eine Gefahr für die Stabilität des gesamten Finanzsystems bedeuten kann“, begründete die Chefin der Notenbank Fed, Janet Yellen, die schärferen Regeln.

Leverage Ratio künftig bei 5 bzw 6 Prozent
Statt einer Verschuldungsquote von 3 Prozent gelten für die grössten US-Bankkonzerne und ihre Tochtergesellschaften 5 beziehungsweise 6 Prozent. Bei dieser sogenannten „Leverage Ratio“ werden die Geschäfte einer Bank unabhängig vom Risikogehalt pauschal ins Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt. Das bedeutet, dass die US-Grossbanken für ihre Geschäfte künftig mehr eigenes Kapital vorhalten müssen.

Über die Standards von „Basel III“ hinaus
Weltweit arbeiten Aufsichtsbehörden und Politiker unter dem Schlagwort „Basel III“ an schärferen Kapitalregeln für Banken. In Europa wird dabei eine Verschuldungsquote von 3 Prozent angestrebt. Die US-Amerikaner hatten bereits angekündigt, über den Standard hinausgehen zu wollen.

US-Präsident Barack Obamas hatte die Reform der Wall Street zu einem seiner Kernthemen bei seinem Amtsantritt 2009 gemacht. Dazu gehört neben Kapitalregeln vor allem das Verbot des Spekulierens auf eigene Rechnung, bekannt als „Volcker Rule“. (awp/mc/pg)

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