US-Hausfinanzierer Residential Capital pleite

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ResCap ist scharenweise von zwangsgeräumten Hausbesitzern eingeklagt worden.

Detroit – Die Finanz- und Wirtschaftskrise fordert ein spätes Opfer: Der US-Hausfinanzierer Residential Capital hat am Montag Insolvenz angemeldet. Dem kurz ResCap genannten Unternehmen wurden Verluste aus faulen Krediten zum Verhängnis, die noch aus der Zeit des Immobilienbooms in den Vereinigten Staaten stammen. Um das Jahr 2007 war der Markt gekippt, die Preise für Eigenheime brachen ein, und weil viele Hausbesitzer überdies in der Rezession ihre Arbeit verloren, konnten sie ihre Raten nicht mehr Zahlen.

Die Insolvenz ist insofern bemerkenswert, als dass ResCap eine Tochtergesellschaft von Ally Financial ist. Ally Financial wiederum hiess früher GMAC und war die Finanzierungstochter von General Motors. Als der Staat die Autobauer und Banken in der Krise vor dem Kollaps bewahrte, rettete er auch GMAC. Der Staat ist immer noch der grösste Anteilseigner der Firma, die sich zwischenzeitlich in Ally Financial umbenannt hat. Erst ein knappes Drittel der für die Rettung aufgewendeten 17 Milliarden Dollar sind zurückgeflossen.

Scharenweise Klagen von zwangsgeräumten Hausbesitzern
Neben der Autofinanzierung hatte sich Ally Financial als Online-Bank neu aufgestellt. Etwa ein Zehntel des Geschäfts machte zuletzt die Hypotheken-Tochter ResCap aus. Sie barg aber das grösste Risiko: Zwangsgeräumte Hausbesitzer hatten scharenweise Klagen eingereicht. Ally Financial versucht nun mit der Insolvenz, sich dieses Problems zu entledigen. «Wir glauben, dass diese Aktion den Steuerzahler in eine bessere Position bringt, um sein Investment in Ally Financial zurückzubekommen», erklärte Tim Massad vom US-Finanzministerium. ResCap selbst probiert einen Neustart. (awp/mc/ps)

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