US-Notenbank ändert geldpolitische Strategie

US-Notenbank ändert geldpolitische Strategie
Fed-Chef Jerome Powell. (Foto: Fed/Flickr)

Washington – Die US-Notenbank Fed hat am Donnerstag zur Überraschung mancher Beobachter konkrete Details zu ihrem neuen geldpolitischen Rahmenwerk öffentlich gemacht. Wie die Federal Reserve in Washington mitteilte, soll sich ihr Inflationsziel künftig an Durchschnittswerten orientieren. Bisher stellt das Preisziel der Fed ein Punktziel dar, das sie möglichst exakt erreichen will. Auch das Beschäftigungsziel für den Arbeitsmarkt wurde leicht abgeändert.

Experten hatten zwar damit gerechnet, dass Fed-Chef Jerome Powell anlässlich einer wichtigen Notenbankkonferenz die neue Strategie thematisiert. Das tat er auch zeitgleich zur Veröffentlichung der Fed-Mitteilung. Eine offizielle Ankündigung der Zentralbank hatten aber die wenigsten Fachleute erwartet.

Powell sprach von einem neuen flexiblen Rahmenwerk mit durchschnittlicher Inflationssteuerung. Ein solcher Strategieschwenk sei notwendig in einer Welt mit extrem niedrigen Zinsen. Zwar trägt dazu auch die Fed mit ihrer Niedrigzinspolitik bei. Ökonomen sind sich jedoch einig, dass daneben andere Kräfte am Werk sind, unter anderem die fortschreitende Alterung in vielen Industrienationen.

Inflationsziel moderat über zwei Prozent angestrebt
Wie die Fed mitteilte, wird sie künftig eine Inflation moderat über ihrem bisherigen Ziel von zwei Prozent anstreben, falls das Ziel zuvor verfehlt wurde. Fachleute sprechen auch von einem symmetrischen Inflationsziel. Die Fed stellte jedoch ebenso klar, dass sie ohne zu zögern gegen „exzessiven Inflationsdruck“ vorgehen werde.

Für den Arbeitsmarkt stellte die Fed klar, dass aus ihrer Sicht eine robuste Entwicklung erreichbar sei, ohne dabei eine starke Inflation auszulösen. Die Einsicht folgt aus der Erfahrung der vergangenen Jahre, als die Arbeitslosigkeit in den USA stark gefallen war, die Inflation aber nicht anspringen wollte. Entsprechend hatte auch die Fed ihr Inflationsziel meist verfehlt.

Umfassende Strategieüberprüfung
Die Änderungen sind Ergebnis einer umfassenden Strategieüberprüfung, die bereits Ende 2018 angekündigt worden war. Wegen der Corona-Pandemie hatte sich die Überprüfung verschoben. Eine solche Strategieüberprüfung will die Fed nun alle fünf Jahre durchführen, wie die Notenbank mitteilte.

An den Finanzmärkten zeigten sich nur kurzfristig Bewegungen nach den Fed-Aussagen. Zeitweise stieg der Eurokurs bis auf ein Tageshoch bei 1,1901 US-Dollar, fiel dann aber wieder auf 1,1799 Dollar zurück. Er notierte damit etwas niedriger als am Morgen. An der Frankfurter Aktienbörse hatte der Dax nur für kurze Zeit zulegen können, sank dann aber wieder leicht. (awp/mc/ps)

Federal Reserve Board

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