Valiant in Q1 mit deutlich höherem Konzerngewinn

Markus Gygax

Markus Gygax, CEO Valiant. (Foto: Valiant)

Bern – Die Valiant Bank sieht sich „gut unterwegs“ im neuen Jahr. Da der Betriebsertrag im ersten Quartal insgesamt etwas anstieg, während die Aufwendungen leicht zurückgingen, legten die Gewinnzahlen deutlich zu. Analysten hatten allerdings – besonders im wichtigen Zinsgeschäft – etwas mehr erwartet, was sich auch im sinkenden Aktienkurs zu Handelsbeginn widerspiegelt.

Der Konzerngewinn stieg im ersten Quartal 2016 um 17% auf 23,4 Mio CHF, der Geschäftserfolg (operatives Ergebnis) gar um 24% auf 29,1 Mio CHF. Diese Zahlen seien erfreulich, die seit Jahresbeginn weiter gesunkenen Zinsen würden allerdings das Ergebnis belasten, teilt die überregional tätige Bank am Montag mit.

Druck auf Zinsmarge weiter gestiegen
Im Hauptgeschäft, dem Zinsengeschäft, konnte der Bruttoerfolg in den ersten drei Monaten um 6,0% auf 70,4 Mio CHF verbessert werden. Der Druck auf die Zinsmarge habe sich im anhaltenden Tiefzinsumfeld weiter verschärft, heisst es dazu. Auslaufende Festhypotheken und KMU-Kredite sowie Neugeschäfte seien im Berichtszeitraum zu deutlich tieferen Zinsen abgeschlossen worden als in den letzten Jahren. In diesem Marktumfeld sank die operative Zinsmarge leicht auf 1,07% von 1,08%.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sank um 3,8% auf 15,0 Mio, während der Erfolg aus dem allerdings kleinen Handelsgeschäft um gut ein Viertel auf 2,6 Mio CHF anstieg. Insgesamt konnte der Betriebsertrag um 4,1% auf 89,2 Mio CHF gesteigert werden. Bei den Kosten erreichte Valiant wiederum eine leichte Reduktion: Der Geschäftsaufwand sank um 0,4% auf 54,6 Mio CHF. Wie erwartet hätten auch die Wertberichtigungen auf Beteiligungen und Abschreibungen weiter deutlich abgenommen (-20%), schreibt die Bank.

Hypotheken: Preiswettbewerb „wieder intensiver“
Die Kundengelder nahmen in den ersten drei Monaten 2016 um 0,3% auf über 18,1 Mrd CHF zu. Die Ausleihungen stiegen ebenfalls leicht (+0,5%) auf 22,2 Mrd CHF. Bei den Hypotheken sei der Preiswettbewerb „wieder intensiver“ gewesen, was bei Valiant zu einer Stagnation geführt habe. Für das gesamte Gesamtjahr 2016 rechnet die Bank weiterhin mit einem leicht höheren Konzerngewinn als im Vorjahr.

Resultat bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück
Das Resultat liege unter den Erwartungen, stellt die ZKB in einem Kommentar fest. Insbesondere der Zinsüberschuss habe dem Tiefzinsumfeld überraschend deutlich Tribut gezollt, was allerdings zum allergrössten Teil ausserhalb der Kontrolle des Managements liege. Besserung sei hier jedoch nicht in Sicht.

Da beim operativen Ergebnis keine grossen Sprünge mehr möglich seien, erwartet die ZKB auch beim Aktienkurs keine. Nach unten hin scheine der Kurs wegen der Verlässlichkeit des Geschäftsmodells allerdings ausreichend abgesichert, heisst es, und die ZKB bewertet das Papier weiter mit „Marktgewichten“.

Die Analysten der Credit Suisse haben ebenfalls etwas bessere Zahlen erwartet. Die Einnahmen wurden etwas über-, die Aufwendungen dagegen etwas unterschätzt, wie es in einem Kommentar heisst. Sie sprechen aber von einer insgesamt „starken Performance“ im Jahresvergleich und bewerten die Aktie entsprechend weiter mit „Outperform“. Und auch bei der Neuen Helvetischen Bank spricht von einem „gelungenen Start“ ins Jahr. Ein – wie von Valiant angestrebt – leicht höherer Gewinn im Gesamtjahr wäre dabei ein „gutes Ergebnis“.  (awp/mc/pg)

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