Vaudoise in H1 mit deutlicher Gewinnsteigerung

Vaudoise

Lausanne – Die Vaudoise Versicherung hat im ersten Halbjahr 2012 ein nach eigenen Angaben „hervorragendes“ operatives Ergebnis erzielt und den Reingewinn deutlich gesteigert. Dabei ist der Bereich Nichtleben markant über dem Markt gewachsen, während im Lebensegment das Angebot angesichts der Marktlage verkleinert wurde. Für das Ganzjahr wird mit einem Ergebnis auf Vorjahreshöhe gerechnet.

Das operative Ergebnis (vor Steuern) stieg im ersten Halbjahr 2012 gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 9,8% auf 78,6 Mio CHF. Der konsolidierte Nettogewinn wird mit 62,6 Mio um knapp 15% höher ausgewiesen. Einen wesentlichen Beitrag dazu haben die Anlageerträge geleistet, die 20,0 Mio beisteuerten, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Minus von 0,6 Mio zu Buche schlug, wie der Versicherer mitteilte.

Nichtlebengeschäft wächst über dem Markt
Im Nichtleben-Geschäft stiegen die gebuchten Prämieneinnahmen um 3,5%, die verdienten Prämien um 5,8% auf 356,5 Mio CHF. Dabei wuchsen laut Vaudoise-Mitteilung wie bereits im Vorjahr alle Bereiche deutlich über dem Marktdurchschnitt, der gemäss Vaudoise bei 1,5% lag.

Die Schadenquote lag bei 70,5% im Vergleich zu 64,9% im Vorjahr. Der Anstieg wird vor allem auf einen strengen Winter und die Hagelunwetter im Sommer 2012 zurückgeführt. Dank des Wachstums bei den Anlageerträgen stieg das versicherungstechnische Ergebnis im Nichtlebenbereich um 2,5 Mio auf 55,3 Mio. Die Combined Ratio betrug laut Mitteilung 86,7% (VJ 79,8%).

Lebengeschäft mit verkleinertem Angebot
Bei den Lebensversicherungen sanken die verdienten Prämien um rund 30% auf 319,3 Mio CHF. Der Rückgang wird mit einer Verkleinerung des Angebotes an traditionellen Produkten mit Einmalprämien erklärt. Dieser Schritt sei aufgrund der historisch tiefen Zinssätze erfolgt, zudem seien die Prämien für Rechnung und Risiko des Versicherungsnehmers von Valorlife gesunken. Die Leistungszahlungen im Lebengeschäft werden für die Berichtsperiode mit 496,9 Mio um 7,4% tiefer ausgewiesen. Das versicherungstechnische Ergebnis des Lebenbereichs sank infolge von technischen Rückstellungen – vor allem für das Zinsrisiko – um 85% auf 3,3 Mio CHF.

Deutlich mehr Rendite
Mit den Anlagen erzielte die Gruppe in der Berichtsperiode eine nicht annualisierte direkte Nettorendite von 2,2% (+0,8 Prozentpunkte). Unter Berücksichtigung der Veränderung der nicht realisierten Kapitalgewinne lag die Netto-Anlageperformance zum Marktwert laut Mitteilung bei 3,0%, nach 1,1% im Vorjahr. Der Rückgang der Zinssätze habe sich positiv auf die Bewertung der Obligationenanlagen und des Immobilienportefeuilles ausgewirkt und stark zur Performance beigetragen, heisst es weiter.

Die Obligationenanlagen der Gruppe in den Risikoländern der Eurozone sind laut Mitteilung sehr gering. Per 30. Juni 2012 beliefen sie sich auf 8,4 Mio CHF, was weniger als 0,2% der Anlagen für eigene Rechnung (6,1 Mrd CHF) entspricht.

Das Eigenkapital der Gruppe per Ende Juni lag bei 1,04 Mrd CHF, nach 1,01 Mrd Ende 2011 vor Gewinnverteilung. Die annualisierte Eigenkapitalrendite wird mit 12,2% angegeben. Die Solvabilitätsspanne 1 beträgt laut Mitteilung 369%, gegenüber 350% Ende 2011. Gleichzeitig weise die Gruppe gemäss Schweizer Solvenztest (SST) eine Risikofähigkeit aus, die weit über den aufsichtsrechtlichen Erfordernissen liege, so die Mitteilung weiter.

Ergebnis auf Vorjahreshöhe erwartet
Das Halbjahresergebnis wird in der Mitteilung als „erfreulich“ bezeichnet. Es sei eine solide Grundlage für das zweite Halbjahr. Somit dürfte das Ergebnis der Gruppe 2012 ein „ähnlich hervorragendes Niveau wie im Geschäftsjahr 2011“ erreichen, falls keine aussergewöhnliche Ereignisse betreffend Schadenbelastung und Finanzmärkte eintreten, wird in der Mitteilung prognostiziert. (awp/mc/pg)

 

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