Vermögensverwalter trotz Steuerstreit mit mehr Neugeldern

Vermögensverwaltung
(Adobe Stock)

Zürich – Werden allein die verwalteten Vermögen ausländischer Kunden betrachtet, dann hat die Schweizer Vermögensverwaltungsbranche die Steuergelder-Problematik fast unbeschadet überstanden. Die Branche erfreute sich in den vergangenen fünf Jahren aus allen Regionen bis auf Westeuropa eines Neugeldzuflusses.

Dies zeigt eine Erhebung der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg). Diese rechnet mit einem weiteren Zustrom an Kundengelder. Insgesamt stieg die Summe der von Schweizer Banken verwalteten grenzüberschreitenden Vermögen von 2013 bis 2018, der Übergangsphase zum automatischen Informationsaustausch, von 1’970 Milliarden auf 2’270 Milliarden Franken, wie August Benz von der SBVg am Mittwoch an einer Medienveranstaltung aufzeigte. Beigetragen dazu hat neben der Anlageperformance insbesondere der Zufluss neuer Kundengelder.

Netto weit über 100 Milliarden Franken flossen in diesem Zeitraum aus den Regionen Asien/Pazifik, Amerika, Mittlerer Osten und Osteuropa in den Schweizer Finanzplatz, sagte Benz. Einzig aus Westeuropa, dem allerdings wichtigsten grenzüberschreitenden Markt für die Schweizer Vermögensverwaltung, wurden Kundengelder im Umfang von netto 95 Milliarden Franken abgezogen.

Da die weitergeführten Kundenbeziehungen in dieser Zeit aber einen Wertzuwachs von 115 Milliarden verzeichneten, stiegen auch dort die verwalteten Vermögen von 940 auf 960 Milliarden Franken.

Schweizer Expertise zieht Gelder an
Benz geht davon aus, dass auch in Zukunft ausländische Kunden Vermögen in die Schweiz bringen werden. Er begründet dies einerseits mit dem führenden Know-how der hiesigen Branche bei Anlageprodukten und -Strategien und anderseits mit dem Bedürfnis der Kunden, ihre Vermögen regional zu diversifizieren.

Die Bankiervereinigung rechnet – basierend auf Daten des Beratungsunternehmens Boston Consulting – für den Zeitraum 2018 bis 2023 weiter mit einem jährlichen Wachstum von 2,3 Prozent bei den grenzüberschreitenden Privatvermögen. Verglichen mit anderen Finanzzentren wäre dies aber bescheiden: Für Hongkong und Singapur etwa werden Wachstumsraten von 7,8 Prozent bzw. 7,3 Prozent erwartet. (awp/mc/pg)

SBVg

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