VP Bank Finanzmarktkommentar: Investieren mit Airbag

Bernhard Allgäuer
von Bernhard Allgäuer, Senior Investment Strategist. (Foto: zvg)

Die Covid-19-Pandemie stellt Investoren auf Probe. Denn für die Zukunft lassen sich positive und negative Szenarien ableiten. Hilfreich sind in diesem Umfeld Wandelanleihen.

Die Covid-19-Pandemie ist einzigartig, nicht nur in Sachen Ansteckungsgefahr, sondern auch wirtschaftlich. Die Massnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung führen zur tiefsten Rezession seit fast 100 Jahren. Gleichzeitig versorgen Staaten und Notenbanken die Wirtschaft mit Unterstützung und Krediten.

Für den Finanzmarkt ist sowohl ein positives als auch ein negatives Szenario möglich. Optimisten sehen sich in der Erholung der Kurse bestätigt. Sie setzen wie nach der Finanzkrise darauf, dass Staaten und Notenbanken «es richten werden». Das hiesse, die zusätzliche Liquidität und die Suche nach Rendite würden risikobehaftete Anlagen begünstigen, da sie Aussicht auf höhere Erträge bieten.

War es das schon?
Pessimistische Anleger sind erstaunt. Obwohl Unternehmen Ausschüttungen gestoppt oder gekürzt haben und den Ausblick streichen, konnte der Aktienmarkt die Hälfte des Einbruchs wieder gutmachen. Dabei ist etwa die Frage offen, wie sehr die Lage am Arbeitsmarkt und die neuen Verhaltensregeln den Konsum beeinflussen. Was, wenn wir nur den ersten von vielen «Lockdowns» erlebt haben?

Ob Anleger Aktien kaufen wollen oder ob sie den Wiedereinstieg suchen: Wandelanleihen sind eine interessante Alternative zu Aktien. Bei steigenden Kursen nehmen sie Aktiencharakter an, bei fallenden Kursen werden sie defensiver und verhalten sich eher wie Anleihen. Fallen die Märkte, verlieren Wandelanleihen daher weniger als Aktien, weil sie dann immer mehr ihren Anleihencharakter zeigen.

Ähnlich wie 2009
Aktuell ist die Situation ähnlich wie im Frühjahr 2009. Damals war neben den positiven Eigenschaften von Wandelanleihen ein Argument, dass sie aufgrund von Zwangsliquidationen massiv überverkauft waren. Bei einzelnen Schuldnern mit normalen Anleihen erhielten die Wandelanleihen mit denselben Laufzeiten die höheren Renditen. Der Preis für das Wandelrecht war also nicht nur bei null, sondern negativ. Erstmals seit der Finanzkrise war dies kürzlich wieder der Fall. Diesmal waren aber nicht Zwangsliquidationen verantwortlich, sondern die von Notenbanken unternommenen Käufe von Unternehmensanleihen. Ohne diese gigantischen Kaufprogramme würden die Renditen von Unternehmensanleihen deutlich höher liegen.

Allerdings weisen Wandelanleihen im Schnitt eher tiefere Kreditqualitäten auf und es kann im schlimmsten Fall auch zu Insolvenzen kommen. Wir empfehlen daher, folgende drei Grundsatzregeln bei einem Investment in Wandelanleihen zu beachten:

  • Fonds einsetzen, damit die Anlagen in Wandelanleihen diversifiziert sind.
  • Als Schuldner Wandelanleihen wählen, welche die höchsten Bonitätsnoten besitzen.
  • Währungsrisiken mit entsprechend abgesicherten Tranchen wählen.

(VP Bank/mc)

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