VP Bank – Spotanalyse: China überrascht mit Zinssenkung

Thomas Gitzel

Dr. Thomas Gitzel, Senior Economist (Emerging Markets) der VP Bank.

Vaduz – China überraschte mit einer Zinssenkung. Darüber hinaus wurde den Geschäftsbanken mehr Flexibilität eingeräumt. Als Massnahme wurde der offizielle 12-Monats-Darlehenszins von 6,56 auf 6,31 Prozent reduziert. Zusätzlich nahm die Notenbank den entsprechenden Einlagensatz von 3,50 auf 3,25 Prozent zurück.

Die Zentralbanker erlauben nun auch grössere Abweichungen von diesen Zinssätzen. So darf der tatsächliche Einlagensatz zukünftig bis zu 110 Prozent des offiziellen Satzes betragen. Für den Darlehenszins ist eine Reduzierung bis maximal 80 Prozent der Vorgabe möglich. Bisher durfte der Einlagensatz, die Vorgabe der Regierung nicht überschreiten und der Darlehenssatz nicht unter 90 Prozent der Vorgabe fallen. Der maximal Einlagenzins liegt nun de facto bei 3,58 Prozent und damit sogar höher als bisher (3,50 Prozent). Der Darlehenszins kann hingegen nun auf 5,05 Prozent fallen (bisher 5,90 Prozent).

Einordnung
Der Zinsschritt ist weniger im Kontext der zuletzt schwachen chinesischen Konjunkturdaten zu sehen, vielmehr geht davon ein wichtiges Signal für die Deregulierung des bisher restriktiven Zinsmarktes aus. China möchte der eigenen Landeswährung zu grösserer internationaler Bedeutung verhelfen, ohne dabei völlig die Kontrolle über den Renminbi zu verlieren. Die Notenbank dreht deshalb an vielen kleinen Schrauben. Für die Konjunktur bleibt derweil die Mindestreservepolitik der wichtigste Stellhebel. (VP Bank/mc/ps)

 

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