ZGKB: Bruttogewinn sinkt im Halbjahr um 5%

Pascal Niquille

Pascal Niquille, CEO ZGKB.

Zug – Die Zuger Kantonalbank (ZGKB) hat im ersten Halbjahr die anspruchsvollen Marktbedingungen zu spüren bekommen und weist einen rückläufigen Bruttogewinn aus. Der Halbjahresgewinn fiel dagegen nur knapp unter dem Vorjahr aus. Wegen des anhaltend tiefen Zinsniveaus hat sich das Zinsergebnis trotz einem weiteren Wachstum der Hypothekarforderungen zurückgebildet.

Für das Gesamtjahr erwartet die Bank einen Gewinn auf Vorjahreshöhe. Das Resultat liege im Rahmen der eigenen Erwartungen, teilte die Kantonalbank am Freitag mit. Der Bruttogewinn verringerte sich in den ersten sechs Monaten um 5,0% auf 30,2 Mio CHF. Dagegen konnte die Bank den Halbjahresgewinn mit einem Rückgang um 0,4% auf 30,2 Mio CHF praktisch auf der Höhe des Vorjahressemesters halten.

Anhaltend hohe Nachfrage nach Hypotheken
Bei einer weiterhin sehr regen Bautätigkeit im Kanton Zug war die Nachfrage nach Hypotheken weiter stark. In den ersten sechs Monaten des Jahres erhöhten sich die Hypothekarforderungen bei der ZGKB um 5,3% auf 9,022 Mrd CHF, womit sie erstmals die 9 Mrd CHF-Grenze überstiegen. Das Angebot an Wohnungen im Kanton werde weiterhin sehr gut absorbiert, auch wenn vereinzelt Übertreibungen festzustellen seien, hält die ZGKB fest. Die Kundengelder stiegen noch mit einem Plus von 0,8% auf 7,5 Mrd CHF. Der Erfolg im Zinsengeschäft ging trotz der starken Zunahme der Hypothekarforderungen um 3,5% auf 75,6 Mio CHF zurück. Die Kunden erneuerten auslaufende Festhypotheken zu tieferen Zinssätzen, wie der Mitteilung zu entnehmen ist. Der Anteil der Festhypotheken stieg weiter und lag Mitte Jahr bereits bei 90%. Auch die Absicherung der Zinsrisiken drückte auf das Zinsergebnis.

Neue Anlagephilosophie
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft fiel mit einem Plus von 0,2% auf 19,4 Mio CHF leicht höher aus. Die volatilen Finanzmärkte und die unsicheren Aussichten für die Konjunkturentwicklung wirkten sich auf das Anlageverhalten der Kunden aus, heisst es. Die betreuten Depotvermögen hätten im ersten Halbjahr mit -0,2% aber nur leicht abgenommen. Die neue Anlagephilosophie der ZGKB finde grossen Anklang: So sei die Zahl der Vermögensverwaltungsmandate mit bestehenden Kunden markant gestiegen. Im Handelsgeschäft resultierte ein Anstieg des Erfolgs um 22% auf 6,9 Mio CHF. Die Neupositionierung des Anlagegeschäfts wirkte sich allerdings auch auf den Geschäftsaufwand auf, der sich um 3,3% auf 48,9 Mio CHF erhöhte. So wurde insbesondere in der Kundenberatung Personal aufgebaut. Das Kosten/Ertrags-Verhältnis verschlechterte sich damit etwas auf 46,8 (44,8)%. Die Rückstellungen, Wertberichtigungen und Verluste blieben mit 2,5 Mio CHF auf tiefem Niveau.

Zuversichtlicher Ausblick
Für das zweite Semester rechnet die Kantonalbank damit, dass sich die Frankenstärke zunehmend negativ auf die Konjunkturentwicklung auswirken wird. Die Nationalbank werde das Zinsniveau angesichts des starken Frankens, tiefen Inflationserwartungen und den Unsicherheiten in Europa wohl noch für längere Zeit unverändert belassen. Die ZGKB gibt sich aber trotz der volatilen Wirtschaftsentwicklung zuversichtlich, einen Jahresgewinn im Rahmen des Vorjahres zu erzielen und damit die Dividende auf 175 CHF pro Aktie halten zu können.

Stellvertretender CEO Mathys geht

Wie die ZGKB weiter mitteilte, hat der stellvertretende CEO Beat Mathys per Ende 2011 seinen Rücktritt erklärt. Mathys ist seit 1998 Mitglied der Geschäftsleitung. Seit 2009 leitet er das Departement Marktregionen und ist damit für das Retailbanking verantwortlich. Er werde frühzeitig in Pension gehen, heisst es. Der Nachfolgeprozess sei eingeleitet worden, über die Nachfolge wolle der Bankrat «zu gegebener Zeit» informieren. (awp/mc/ps)

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