ZKB schliesst sieben Schalterstandorte

ZKB schliesst sieben Schalterstandorte
(Foto: ZKB)

Zürich – Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schliesst in den nächsten zwei Jahren sieben Schalterstandorte. Damit folgt sie einem Trend, den andere Banken schon vor einigen Jahren losgetreten haben und dem sich weitere anschliessen werden. Den Tod des Bankschalters bedeutet diese Entwicklung aber nicht.

Derzeit betreibt die Zürcher Kantonalbank 67 Geschäftsstellen (exklusive reinen Bancomat-Standorten). Bis Mitte 2020 will die Bank nun sieben davon schliessen. Es sind dies die Schalterdienstleistungen in Embrach, Erlenbach, Marthalen, Bonstetten, Hausen a. A., Langnau a. A. und Albisrieden.

Den betroffenen Standorten ist eines gemeinsam: Von einem Mitarbeitenden werden klassische Schalterdienstleistungen wie Ein- und Auszahlungen angeboten. Doch gerade bei diesem Service nehmen die Kundenfrequenzen laufend ab. Gemäss ZKB beziehen deutlich über 90 Prozent der Kunden ihr Bargeld an Bancomaten und im Zeitalter von Twint, Paypal gewinnen bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten an Bedeutung.

Andere Kundenbedürfnisse
Dank der voranschreitenden Digitalisierung erledigen heute viele Kunden Dinge, die sie früher am Schalter gemacht haben, jetzt online zu Hause oder über das Handy. Opfer dieser Entwicklung sind «Einmann-Schalterstandorte», wo den Kunden künftig nur noch ein Bancomat zur Verfügung steht.

Die ZKB ist in punkto Standortschliessungen aber kein Trendsetzer in der Schweiz, die nach Einschätzung von Branchenkennern wegen der hohen Bankendichte als «overbanked» gilt. Andere Institute haben schon viel früher die Veränderungen im Kundenverhalten wahrgenommen und darauf mit Standortschliessungen reagiert. So warf beispielsweise die LLB Bank Linth vor sechs Jahren die zwei Jahre vorher beschlossene Expansionsstrategie «Crescendo» wieder über den Haufen und begann Schalterstandorte dicht zu machen. Dabei handelte es sich wie im Falle der ZKB um Orte, an denen die Kundenfrequenzen drastisch abgenommen hatten.

Elektronisches Banking entfaltet sich schneller als erwartet
Die Kehrtwende in der Strategie begründete David Sarasin, Chef der Tochtergesellschaft der Liechtensteinischen Landesbank, damals damit, dass sich das elektronische Banking viel rascher entfaltet und die Gewohnheiten der Kunden geändert hätten, als erwartet. «Wir müssen uns vom Bild einer Regionalbank verabschieden, die sich über die Zahl ihrer Standorte definiert», sagte Sarasin damals.

Auch andere Regionalbanken sahen sich zu diesem Schritt veranlasst. So kündigte etwa die Raiffeisen-Gruppe 2016 an, in den kommenden Jahren 250 ihrer damals knapp 1’000 Geschäftsstellen schliessen zu wollen. Die Graubündner Kantonalbank wiederum will ihr Filialnetz von zuletzt 56 in fünf Jahren auf 40 bis 45 reduzieren und in zehn Jahren noch etwa 30 unterhalten.

In der Statistik der Nationalbank zeigt sich denn auch, dass sich die Zahl der Filialen von 2010 bis 2017 auf rund 2’700 von 3’100 verringert hat. Der Schrumpfungsprozess ist damit nach Ansicht von Branchenkennern noch nicht abgeschlossen, zumal ihrer Ansicht nach gewisse Banken zu viele Filialen unterhalten, die zu nahe beieinander liegen. Ausserdem sei es heute leichter geworden, Filialen stillzulegen als noch vor ein paar Jahren als jede Standortschliessung bei den betroffenen Gemeinden auf Wiederstand gestossen sei, sagte ein Branchenkenner.

Transformation in Beratungszone
Allerdings zeigt sich auch, dass Banken, wenn sie in einem neuen Markt wachsen wollen, physisch präsent sein müssen. Dabei setzen sie aber zunehmend auf neue Konzepte, die teilweise ganz ohne den klassischen Schalter auskommen. Ihr Fokus liegt dabei auf der persönlichen Beratung kombiniert mit digitalen Dienstleistungen.

Die Fokussierung auf wenige Geschäftsstellen mit einem hohen Grad an Beratungsdiensten ist zwar mit Investitionen verbunden, letztlich können die Banken aber auch den Kostenblock senken. So rechnet beispielsweise die Regionalbanken-Gruppe Valiant für den Umbau von sechzig Geschäftsstellen mit modernen Kundenzonen in den kommenden drei Jahren mit Ausgaben in Höhe von 14 Millionen Franken. Nach Abschluss des Umbauprojekts erwartet das Institut aber wiederkehrende Kosteneinsparungen von jährlich rund 4 Millionen.  (awp/mc/pg)

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