ZKB Weekly KMU Portrait: Thurella AG – mit Biotrend zu neuem Wachstum

Clemens Rüttimann
Clemens Rüttimann, Geschäftsführer Thurella und Biotta. (Foto: zvg)

Clemens Rüttimann, Geschäftsführer Thurella und Biotta. (Foto: zvg)

Von André P. Spillmann, ZKB

Zürich – Der Umsatz 2015 der Thurella AG sank wegen der schwierigen Exportsituation nach der Höherbewertung des Schweizer Frankens um 2.8% auf CHF 29.7 Mio. Zu konstanten Wechselkursen resultierte ein Wachstum von 1%. Der konsolidierte Bruttogewinn verharrte im Berichtszeitraum auf Vorjahresniveau. Die Bruttogewinnmarge konnte mit 61% (VJ 60.3%) erneut gesteigert werden. Der Gruppen-EBIT ist im Berichtsjahr von CHF 3.6 Mio. auf CHF 3.3 Mio. gesunken. Das entspricht einem minimalen Rückgang der EBIT-Marge von 11.7% auf nun 10.9%.

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Auch hier hat die Höherbewertung des Schweizer Frankens Spuren hinterlassen. Das operative Resultat auf Stufe EBITDA verringerte sich um 5.9% auf CHF 4.71 Mio. Das Exportgeschäft hat sich aufgrund der massiven Höherbewertung des Frankens und Lagerreduktionen der Vertriebspartner seit Mitte Januar 2015 stark verändert. Trotz dieser Situation wurden die Marketing- und Vertriebsbudgets im Berichtsjahr in der Überzeugung erhöht, dass Innovation und Investitionen gerade in herausfordernden Jahren konsequent verfolgt werden müssen. So sind mehrere Projekte bereits auf den Weg gebracht und sollen in naher Zukunft rentabel werden. Die Bilanzsumme ist mit einem Minus von 4.9% nahezu unverändert. Hier macht sich der Konsolidierungsfaktor der GESA Gemüsesaft GmbH zu tieferen Umrechnungskursen bemerkbar.

Dank der guten Liquidität konnten die Finanzverbindlichkeiten aus der Anschlussfinanzierung der Wandelanleihe frühzeitig zurückgeführt werden. Die Nettoverschuldung ist von CHF 8.8 Mio. auf CHF 7.2 Mio. gesunken. Der Free Cashflow beträgt CHF 2.3 Mio. und ist nach dem Ausnahmejahr 2014 (–CHF 1.6 Mio.) nun wieder positiv. Das Vorjahr war stark beeinflusst durch den Landkauf in Tägerwilen.

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Ausblick: Die Geschäftsleitung geht weiterhin von einer herausfordernden Marktsituation aus. Dennoch verlief der Start ins neue Jahr positiv. Mit Innovationen aus Biosaft und Tee soll der Umsatz gesteigert werden. Neben der Stärkung der Marktposition im Inland sollen die Exportmärkte gezielt weiterentwickelt werden.

Fazit: Trotz des schwierigen Umfelds konnten die Ostschweizer die Margen auf allen Stufen mehr oder weniger halten. Der Trend zu gesunden Säften und Gemüse-Smoothies ist ungebrochen. Die grossen Schweizer Detailhändler verbreitern das Sortiment in ihren Läden stetig. Die Stärkung der Hauptmarke Biotta ist Schwerpunkt der Marktentwicklung. Dennoch dürften die vermehrten Eigenproduktionen der «Grossen» das Umsatzwachstum in der Schweiz bremsen. Die geplante Strategie der Expansion in neue Länder könnte das Wachstum weiter ankurbeln. Im Bewertungsvergleich sind die Ostschweizer leicht über dem Durchschnitt des Schweizer Nahrungsmittelsektors, vor allem auf Basis Preis/Buchwert und KGV.

Bei der Dividendenrendite kann der Biosaftspezialist jedoch gut mithalten. Mit einer Eigenkapitalquote von 64%, vor Auflösung der stillen Reserven, steht die Bilanz auf soliden Beinen. Seit Jahresbeginn war die Kursentwicklung relativ stabil. Bei positiven Neuigkeiten könnte sich dies ändern. Die Neupositionierung nach den Schwierigkeiten der Vergangenheit ist definitiv geglückt. Bei weiterem Wachstum könnten die Titel wieder vermehrt in den Fokus der Anleger geraten. Dies kann durch eine regelmässige Dividendenzahlung bekräftigt werden. (ZKB/mc)

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