Zurich kommt mit Restrukturierung voran – tiefere Schadenlast im H1

Zurich Insurance
Zurich-Hauptsitz am Zürcher Mythenquai. (Foto: Zurich Insurance Group)

(Foto: Zurich Insurance Group)

Zürich – Die Zurich Insurance ist im ersten Halbjahr 2014 mit der Restrukturierung vorangekommen, einiges bleibt aber noch zu tun. Derweil profitiert der Konzern von der geringeren Schadenbelastung. Entsprechend sieht sich das Management mit Blick auf die Zielsetzungen auf Kurs. Der von Experten meist als «solid» bezeichnete Zwischenabschluss und vor allem aufkeimende Dividendenhoffnungen lassen die Zurich-Aktie markant steigen.

Der für die Konzern-Steuerung wichtige Betriebsgewinn (Business Operating Profit, BOP) stieg in den ersten sechs Monaten um 15% auf 2,62 Mrd USD und der den Aktionären zurechenbare Reingewinn um 14% auf 2,11 Mrd. Das Eigenkapital nahm um 4% auf 33,70 Mrd zu. Auf den Kapitalanlagen wurde in den ersten sechs Monaten eine Rendite von 2,1% erzielt, nach +1,6% im ersten Halbjahr 2013. Die ebenfalls wichtige Eigenkapitalrendite ohne Vorzugspapiere auf BOP-Basis stieg um 0,4 Prozentpunkte (PP) auf 12,5%. Die Zielbandbreite beträgt 12 bis 14%.

CEO Martin Senn bezeichnete das Ergebnis an einer Telefonkonferenz denn auch als «gut». «Es gab klare Fortschritte bei der Umsetzung unserer Strategie und hinsichtlich der Verwirklichung unserer Ziele», sagte er weiter. Er merkte allerdings mit Blick auf die Zielsetzungen für den Zeitraum 2014 bis 2016 an: «Es bleibt aber noch viel zu tun.»

Starkes Wachstum bei General Insurance stützt
Das gesamte Geschäftsvolumen der Gruppe stieg um 4% auf 37,57 Mrd USD. Im grössten Geschäftsbereich – der Schadenversicherung General Insurance – nahmen die Bruttoprämien und Policengebühren um 1% auf 20,00 Mrd zu. Der Betriebsgewinn stieg um 21% auf 1,65 Mrd. Die Combined Ratio verbesserte sich dank weniger grossen Naturkatastrophen und wetterbedingten Ereignissen um 2,0 PP auf 96,1%. Mit 175 Mio sei die Schadenbelastung im zweiten Quartal um 260 Mio unter dem entsprechenden Vorjahrsquartal gelegen, verdeutlichte CFO George Quinn den Unterschied. Zudem mache der Konzern «gute Fortschritte» bei Sanierungen und dem Ausstieg aus gewissen Geschäften.

Etwas weniger verdient hat indessen Global Life. Bei um 8% höheren Bruttoeinnahmen von 14,22 Mrd USD, resultierte in den sechs Monaten ein um 1% tieferer Betriebsgewinn (BOP) von 634 Mio. Bis 2016 soll der BOP je Quartal über 350 Mio liegen. Anstiege in Lateinamerika und Europa seien von Einmalkosten für Massnahmen zur Verbesserung des Bestandsgeschäfts in Nordamerika mehr als ausgeglichen worden, hiess es dazu. Im Lebensegment wuchsen zwar die Prämien aus dem Neugeschäft um 14%; die Marge sank aber um 5,0 PP auf 24,6%, was trotz des weiterhin hohen Niveaus auch Kritik von Experten eintrug.

Bei Farmers sanken die Erträge um 1% auf 1,39 Mrd, der Betriebsgewinn hingegen stieg um 9% auf 756 Mio. Der Zuwachs wird vor allem auf das verbesserte versicherungstechnische Ergebnis zurückgeführt.

Restrukturierung grösstenteils abgeschlossen
Grösstenteils abgeschlossen ist gemäss dem Management die Verschlankung der Organisationsstruktur; das Kostensparziel von jährlich 250 Mio USD ab Ende 2015 wurde bestätigt. Abgebaut wurden 670 Stellen von ursprünglich veranschlagten rund 800. «Effektiv ist es zu 300 Entlassungen gekommen, rund die Hälfte davon am Konzern-Hauptsitz in Zürich», führte CEO Senn aus. Weitere Entlassungen seien nicht geplant. Die gesamten Restrukturierungskosten bezifferte der CEO auf 520 Mio USD.

Auf Kurs für Ziele bis 2016
Für die Zukunft ist CEO Senn optimistisch: «Wir befinden uns zwar noch in der Anfangsphase unseres Dreijahresplans, sind aber auf dem richtigen Weg in Bezug auf unsere Ziele (…).» Die Zuversicht zeigt sich auch darin, dass der CEO für das Ganzjahr mit einem generierten Cash von über 3,5 Mrd USD rechnet. Für die drei Jahre bis 2016 werden die anvisierten 9 Mrd bestätigt.

Zudem ist der Konzern ist nach Aussagen von CEO Senn «nicht materiell» von den aktuellen Krisen in Russland, der Ukraine, in Argentinien und um die portugiesische Banco Espírito Santo betroffen.

Aktie stark gefragt
An der Börse sind die Zurich-Aktien (+2,4%), zusammen mit den Nestlé-Titeln, die grössten Kursgewinner unter den Standardwerte. Markbeobachter begründen die Zurich-Kursgewinne mit den «soliden» Halbjahreszahlen und Restrukturierungsfortschritten. (awp/mc/upd/ps)

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