Zweitgrösste russische Bank VTB erhält Milliardenspritze vom Staat

VTB

Moskau – Die zweitgrösste russische Bank, die staatlich kontrollierte VTB, hat nach eigenen Angaben milliardenschwere öffentliche Hilfen erhalten. Ihr seien 100 Mrd. Rubel (1,7 Mrd CHF) zur Verfügung gestellt worden, teilte die Bank am Dienstag mit.

Die VTB ist eines der russischen Geldinstitute, die von Sanktionen der EU und der USA im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise betroffen sind.

Die Bank teilte mit, sie rechne bis Ende März mit der Überweisung von weiteren 150 Mrd. Rubel. Das Geld stammt demnach aus einem nationalen Hilfsfonds, in den über die vergangenen Jahre ein Teil der russischen Öleinnahmen floss.

Die Mittel sollten verwendet werden, um öffentliche „Infrastrukturprojekte“ zu finanzieren, erklärte die VTB. Das Institut ist eine wichtige Kreditquelle für öffentliche Grossprojekte in Russland.

Westliche Sanktionen
Die Bank ist eines von fünf russischen Instituten, gegen die seit dem Sommer westliche Sanktionen bestehen. Diese erschweren es den Banken, sich frisches Geld an den westlichen Finanzmärkten zu besorgen.

Im Oktober teilten die VTB sowie die Nummer eins im Land, die Sberbank, und die Wneschekonombank mit, sie hätten Klage gegen die EU-Sanktionen vor dem Europäischen Gerichtshof eingelegt. Die Sberbank und Wneschekonombank sind wie die VTB staatlich kontrolliert.

Dem russischen Bankensektor macht neben den Sanktionen auch der enorme Wertverlust des Rubels zu schaffen. Am Montag erklärte Ministerpräsident Dmitri Medwedew, er habe eine Kapitalspritze von einer Billion Rubel für die Branche freigegeben.

Erst in der vergangenen Woche war die Grossbank Trust vor der Pleite gerettet worden; die russische Zentralbank stellte dafür bis zu 30 Mrd. Euro zur Verfügung. Wirtschaftsminister Anton Siluanow erklärte zudem in der vergangenen Woche, die staatlich kontrollierte Gazprombank werde binnen einiger Tage 70 Mrd. Rubel erhalten. (awp/mc/ps)

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