312 bestätigte Coronavirus-Fälle in der Schweiz

312 bestätigte Coronavirus-Fälle in der Schweiz
Coronaviren unter dem Rasterelektronenmikroskop. (Bild: Handout U.S. National Institutes of Health)

Bern – Die Zahl der Coronavirus-Fälle in der Schweiz ist bis am Montag auf über 300 gestiegen. Ungeachtet des Anstiegs wurde entschieden, die Frühjahressession fortzusetzen. Konzertveranstalter befürchten bereits jetzt Millionenverluste.

Die 312 am Montagmittag vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) bekannt gegebenen Fälle entsprechen einer Zunahme um 31 Erkrankungen innerhalb von 24 Stunden. Bei 62 Fällen liegt zudem ein erstes positives Resultat vor, wie aus dem neuesten Situationsbericht des BAG zur epidemiologischen Lage hervorgeht.

Sollten diese Fälle durch das Genfer Referenzlabor bestätigt werden, so ergibt sich ein Total von 374 Fällen. Bisher starben zwei Menschen an der durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19, nämlich eine 74-jährige Frau aus dem Waadtland und ein 76-jähriger Mann aus dem Baselbiet. Beide litten vor der Ansteckung an chronischen Erkrankungen.

Fälle gemeldet wurden bislang aus 20 der 26 Kantone der Schweiz sowie dem Fürstentum Liechtenstein. Die meisten bestätigten Coronavirus-Fälle gibt es aus dem Kanton Waadt (49). 52 Prozent der positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getesteten Personen sind Männer, 48 Prozent Frauen.

Frühjahressession wird fortgesetzt
Trotz des sich weiter ausbreitenden Coronavirus wird die Frühjahrssession der eidgenössischen Räte vorerst fortgesetzt. Dies hat die Verwaltungsdelegation von National- und Ständerat einstimmig entschieden: Sie empfiehlt aber weitere Massnahmen, darunter «Social Distancing».

Fraktionen werden für ihre Sitzungen grössere oder zusätzliche Räume zur Verfügung gestellt, um den nötigen Abstand zwischen den Sitzungsteilnehmenden zu gewährleisten. Auch das Zugangsregime zum Parlamentsgebäude wird weiter verschärft. Am Nachmittag verwarf zudem der Nationalrat einen Antrag von SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi klar, der einen Sitzungsunterbruch von einer Woche verlangt hatte.

Kanton Zürich erwartet Todesfälle
Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) rechnet damit, dass es wegen des Coronavirus auch im Kanton Zürich zu Todesfällen kommen wird. Die Frage sei nicht ob, sondern wann, sagte Rickli am Montag im Kantonsrat. Der Kanton Zürich führte ab Montag auch ein neues Testregime ein. Neu dürfen alle Listenspitäler und auch alle Ärzte Tests durchführen. Die Patientinnen und Patienten sollen sich aber vorher telefonisch anmelden.

Getestet werden aber nur Personen bei denen bestimmte Kriterien erfüllt sind, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) festgelegt hat. Darunter fallen Personen mit Husten oder Fieber, die zudem älter als 65 sind oder chronisch krank. Getestet werden auch Erkrankte, die im Gesundheitswesen arbeiten. Die Tests werden im Kanton Zürich aktuell am Institut für Medizinische Virologie der Universität Zürich analysiert. Positive Tests des Instituts werden vom BAG als bestätigt anerkannt und müssen nicht mehr nach Genf geschickt werden.

Veranstalter rechnen mit Millionenverlusten
Auch am Montag wurden verschiedene Veranstaltungen abgesagt. Die in der Swiss Music Promoters Association (SMPA) zusammengeschlossenen Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter rechnen allein bis Mitte März mit Verlusten von mehreren Millionen Franken wegen des Coronavirus.

Sie fordern den Bundesrat auf, die laufenden Auflagen keinesfalls zu verschärfen oder andernfalls sofort Begleitmassnahmen zu installieren wie etwa auf die Mehrwertsteuer bei Veranstaltungstickets zu verzichten.

Tessiner Universität sperrt Zugang
Studierende und Lehrkräfte aus den italienischen Coronavirus-Sperrgebieten haben ab sofort und bis auf Weiteres keinen Zugang mehr zum Gelände der Tessiner Universität in Lugano und Mendrisio. Wer in der Schweiz wohnt und an der Tessiner Universität arbeitet oder studiert und in den Sperrgebieten Norditaliens war, bleibt vorerst für zwei Wochen ausgeschlossen, auch wenn er oder sie keine Symptome hat.

Viele Journalistinnen und Journalisten der «Blick»-Redaktion arbeiten seit Montag bis auf weiteres von Zuhause aus. Mit dieser vorsorglichen Massnahme will der Medienkonzern die Mitarbeitenden vor einer möglichen Ansteckung am Arbeitsplatz und auf dem Arbeitsweg schützen. Bei den Tamedia-Medien und jenen von CH Media gab es noch keine Anordnungen. (awp/mc/ps)

BAG

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