ArcelorMittal legt stärker als erwartet zu

Lakshmi Mittal
Lakshmi Mittal, CEO und VRP ArcelorMittal.

«Stahlkönig» Lakshmi Mittal.

Luxemburg – Der weltgrösste Stahlkonzern ArcelorMittal hat seinen Aufwärtstrend dank höherer Nachfrage und steigender Preise im zweiten Quartal fortgesetzt. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp ein Viertel auf 25,1 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mitteilte.

Der operative Gewinn (EBITDA) legte um 21,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar zu und übertraf damit die Erwartungen von Analysten.  Unter dem Strich blieben gut 1,5 Milliarden Dollar übrig, etwas weniger als vor einem Jahr. Das lag vor allem am ausbleibenden Ergebnisbeitrag der inzwischen an die Börse gebrachten Edelstahlsparte. Ausserdem stiegen die Finanzierungskosten an, da ArcelorMittal angesichts des wachsenden Optimismus seine Investitionen erhöhte. Zugleich füllte das Unternehmen seine Lager stärker auf, was die Verschuldung im vergangenen Quartal um 2,4 Milliarden auf 25 Milliarden Dollar ansteigen liess.

Rohstoffsparte wird wichtiger
Zu einem wichtigen Ertragspfeiler entwickelt sich die Rohstoffsparte, die 835 Millionen Dollar zum EBITDA beisteuerte. Dabei profitiert der Konzern von den anhaltend hohen Preisen für Eisenerz und Kohle. ArcelorMittal baut seit einiger Zeit eine eigene Rohstoff-Förderung auf, um sich so gegen steigende Kosten abzusichern. So will das Unternehmen etwa zusammen mit dem US-Bergbauunternehmen Peabody den australischen Kohleförderer Macarthur übernehmen. Sie bieten 4,7 Milliarden Dollar.

Optimistischer Ausblick
Auch für die zweite Jahreshälfte ist der Vorstand optimistisch. Zwar erwartet er im dritten Quartal einen Rückgang des EBITDA auf 2,4 Milliarden bis 2,8 Milliarden Dollar. Dies liege allerdings an saisonalen Gründen. Insgesamt sollte die Erholung der Stahlbranche anhalten und die Ausfuhren höher als Ende vergangenen Jahres sein. Damals war ArcelorMittal nach einer guten ersten Jahreshälfte wieder in die roten Zahlen gerutscht.

ArcelorMittal hinkte lange hinterher
Der weltgrösste Stahlkocher hatte sich langsamer von den Einbrüchen der Wirtschaftskrise erholt als Konkurrenten wie etwa ThyssenKrupp oder Voestalpine . Das lag an der grösseren Abhängigkeit von der weiterhin schwächelnden Baubranche und den sich bislang nicht so schnell erholenden Märkten in Nordamerika sowie Süd- und Osteuropa.

Insgesamt rechnet der Konzern weiter mit einer eher schwachen Nachfrage der Baubranche in den Industrieländern. Ausnahme sei aber Nordeuropa, wo der Konzern mit Verbesserungen rechnet. In China dürfte sich die private Bautätigkeit abschwächen, glauben die Luxemburger. Die Versuche der Regierung, die Wirtschaft vor einem Überhitzen zu bewahren, dürften langsam greifen. Diese Effekte dürften aber vom öffentlichen Wohnungsbau wieder ausgeglichen werden.  (awp/mc/pg)

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