Audi erwartet überproportionale Steigerungsraten

Rupert Stadler

Audi-CEO Rupert Stadler.

Frankfurt am Main – Audi-Chef Rupert Stadler sieht in den kommenden Jahren grosse Wachstumschancen für die Automobilindustrie. «Die weltweite Nachfrage nach Autos wird in den nächsten 15 Jahren um 60 Prozent ansteigen», sagte der Manager am Donnerstag bei einer Veranstaltung der US-Handelskammer AmCham in Frankfurt.

Für das hochpreisige Premiumsegment, in dem Audi mit seinen Fahrzeugen vertreten ist, erwartet Stadler überproportionale Steigerungsraten. Das Wachstum dürfte vor allem in China und den Schwellenländern stattfinden. Für Audi sind aber auch die USA ein Wachstumsmarkt. Dort hinke die VW-Tochter den Wettbewerbern BMW und Daimler noch weit hinterher, räumte Stadler ein. Gleichzeitig verwies er auf die Zuwachsraten der letzten Jahre: «Wir haben in den vergangenen sieben Jahren kontinuierlich Marktanteile gewonnen und 2010 erstmals mehr als 100.000 Fahrzeuge in den USA verkauft.» Bis 2020 sollen die Verkäufe mehr als verdoppelt werden. Damit wird auch eine Fertigung in den USA immer wahrscheinlicher: «Die Produktion im Dollarwährungsraum rückt immer näher», sagte Stadler. Eine Entscheidung soll früheren Angaben zufolge noch in diesem Jahr fallen.

Verbrauch von Verbrennungsmotoren weiter senken
Als Zukunftsthema sieht Stadler unter anderem, dass der Verbrauch von Verbrennungsmotoren weiter gesenkt werden muss. Hier hält der Manager, der seit Anfang 2007 an der Audi-Spitze steht, Einsparungen von 10 bis 15 Prozent für möglich. Hinzu kommt als künftige Herausforderung die zunehmende Elektrifizierung des Antriebs, vor allem als Hybrid-Modelle mit der Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotoren.

Mehr Multimedia im Auto
Als weiteren Trend sieht Stadler den Einzug von Kommunikations- und Multimediasystemen ins Auto. Das vernetzte Auto erlaube auch ein autonomes Fahren, bei dem sich der Wagen mithilfe von Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation etwa im Stau eigenständig bewegt. Damit werde dem Fahrer ermöglicht, unterwegs im Auto zu arbeiten oder das Internet zu nutzen. Gerüchten, der neue Kleinwagen A1 enttäusche am Markt, trat Stadler entgegen. Von Januar bis Mai seien bereits 51.000 Exemplare verkauft worden. Das eigene Planziel sei von 80.000 Stück schrittweise auf mittlerweile 120.000 angestrebte Verkäufe pro Jahr angehoben worden. «Die werden wir packen.» (awp/mc/ss)

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