Coronavirus: Infektionszahlen sinken – Lehrer für landesweite Tests an Schulen

Coronatest
(Photo by JC Gellidon on Unsplash)

Bern – Während mit Zug, Basel-Landschaft und Graubünden immer mehr Kantone auf Massentests an Schulen setzen, fordert der Lehrerinnen- und Lehrerverband eine landesweite Lösung. In der letzten Januarwoche sanken die Infektionen mit dem Coronavirus, und auch am Donnerstag gab es einen Rückgang.

Dagmar Rösler, Präsidentin des Lehrerinnen- und Lehrerverbandes LCH, verlangte am Donnerstag in der Sendung „Heute Morgen“ von Radio SRF die Ausweitung der Massentests an Schulen auf die ganze Schweiz. Auch in den Zeitungen von CH Media erhob sie diese Forderung.

Die Pandemie betreffe die ganze Schweiz, und landesweit müssten Schulen geschlossen werden, sagte Rösler. Schon seit längerem betrachte der LCH die Ansteckungen an den Schulen mit Sorge. Soll der Präsenzunterricht aufrecht erhalten werden, müssten zusätzliche Präventions- und Schutzmassnahmen ergriffen werden.

Beim Bund winkt man indessen ab. Anne Lévy, Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), sagte am Radio, das Schulwesen unterstehe der Kantonshohheit. So sei es auch richtig, wenn die Kantone entscheiden, wann und wo sie solche Tests durchführen.

Am Donnerstag gab Graubünden – als weiterer Kanton nach Zug und Basel-Landschaft – bekannt, Anfang März mit flächendeckenden Speicheltests an den Schulen zu beginnen. Zug will Schülerinnen und Schüler mit ihrem Lehrerpersonal nach den Sportferien ab Sekundarstufe I obligatorischen Tests unterziehen.

Das Baselbiet startet kommende Woche mit Massentests vorab in Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Institutionen und Unternehmen. Die Waadt beginnt in den Skigebieten vor den Sportferien mit Massentests. Im Visier sind überall Infizierte ohne Symptome.

Sinkende Fallzahlen
Derweil sinkt die Zahl der Ansteckungen trotz der zunehmend entdeckten Mutationen des Coronavirus. Das BAG weist in seinem Bericht zur vierten Kalenderwoche vom 24. bis 31. Januar einen Rückgang der laborbestätigten Fälle um 15 Prozent aus. Damit beschleunigte sich die Abnahme gegenüber der Vorwoche (11 Prozent). Der Anteil der positiven Tests sank dabei von 9,4 auf 8 Prozent.

Landesweit registrierten die Behörden zwischen dem 24. und 31. Januar 133,2 Ansteckungen auf 100’000 Einwohner. In der Vorwoche hatte die Kennzahl noch bei 156,5 gelegen.

321 Personen mussten wegen einer laborbestätigten Covid-19-Erkrankung ins Spital nach 443 in der Woche zuvor. Auf Intensivstationen lagen durchschnittlich 289 Patienten mit der Atemwegserkrankung. Zudem wurden dem BAG 201 weitere Todesfälle gemeldet. Das ist bei allen Kennzahlen eine Abnahme.

Innerhalb von 24 Stunden zählte das BAG am Donnerstag 1765 neue Coronavirus-Ansteckungen. Gleichzeitig meldete es 23 neue Todesfälle und 80 Spitaleintritte.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 7,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner 258,16 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag nach letztem bekanntem Stand am 22. Januar bei 1,01.

Mutationen auf dem Vormarsch
Ansteckungen mit mutierten Varianten des Coronavirus waren weiterhin auf dem Vormarsch. Dem BAG wurden bisher 3264 Ansteckungen mit den neuen Varianten gemeldet. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor einer Woche und 417 mehr als noch am Mittwoch.

Von den bisher gemeldeten Fällen gehörten 1301 zur britischen Variante (B.1.1.7) und 60 zur südafrikanischen (B.1.351). Bei 1903 Ansteckungen war eine Mutation vorhanden, die Linie aber unklar.

Doch noch Schnitzelbängg
In der ganzen Coronavirus-Tristesse gab es zumindest für Fasnächtlerinnen und Fasnächtler in Basel einen Lichtblick. Der dortige Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Mitte) erteilte dem regionalen TV-Sender Telebasel nachträglich eine Ausnahmebewilligung zur Aufzeichnung von Fasnachts-Schnitzelbängg.

Er widerrief damit sein ursprünglich verfügtes Singverbot, wofür er im Internet unerfreute Reaktionen geerntet hatte. Beim Singverbot hatte er sich auf das vom Bund erlassene Verbot für Gesangsauftritte von Laien berufen. (awp/mc/ps)

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