Perspektive dank Impfungen

Perspektive dank Impfungen
(Photo by Mat Napo on Unsplash)

Bern – Die fortschreitende Impfkampagne gibt der corona-müden Schweizer Bevölkerung eine Perspektive. Dieser Ansicht ist Bundesrat Alain Berset, wie er am Dienstag vor den Medien in Granges-Paccot FR deutlich machte. Die Impfkadenz stieg im Vergleich zur Vorwoche um 20 Prozent.

Berset besuchte am Dienstag das Impfzentrum im Forum Freiburg. Er zeigte sich beeindruckt vom reibungslosen Ablauf der Impfungen im grössten Westschweizer Impfzentrum. Die Impfkampagne sei von zentraler Bedeutung, betonte Berset.

Davon zeugen auch die neuesten Zahlen – die Impfkadenz stieg im Vergleich zur Vorwoche um 20 Prozent, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete. Vom 19. April bis 25. April wurden pro Tag durchschnittlich 48’928 Impfungen durchgeführt. 10,1 Prozent der Bevölkerung haben bereits zwei Impfdosen erhalten.

So schnell wie möglich und so viele Personen wie möglich sollten mit einer ersten Dosis geimpft werden, erklärte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im BAG, vor den Bundeshausmedien.

Das BAG begrüsse es, dass sobald als möglich auch Jüngere geimpft würden, wenn die Nachfrage bei den Älteren sinke und genug Impfdosen vorhanden seien. Eine Nachfrage bei der jüngeren Bevölkerung bestehe. Ältere könnten sich aber auch dann noch impfen lassen und würden priorisiert.

Die mRNA-Impfstoffe, wie sie in der Schweiz verimpft werden, würden auch gegen die indische Varianten schützen, so Masserey. Bisher sei ein Fall dieser Variante bekannt. In der Schweiz zeige sich, dass die vorherrschende britische Virusvariante aggressiver sei. Mehr Personen müssten hospitalisiert werden. Allerdings seien die Patientinnen und die Patienten jünger, weil viele ältere Menschen schon geimpft seien.

Zertifikat soll ab Juni erhältlich sein
Der Bund arbeitet derzeit zwei Varianten von Covid-Zertifikaten aus. Diese sollen bis Mitte Mai vorgestellt werden, wie Masserey weiter sagte. Das Covid-Zertifikat solle zudem international kompatibel sein. Daher arbeite man mit der WHO und der EU zusammen. Im Juni dürfte dann ein Zertifikat vorhanden sein.

Masserey wies darauf hin, dass das Covid-Zertifikat kein Impfnachweis sei. Es werde auch für Genesene und Personen mit negativen Tests ausgestellt. Man wisse derzeit noch nicht für welche Zwecke das Zertifikat verwendet werde. Das müsse der Bundesrat noch festlegen, so Masserey.

Wie Bundesrat Berset in Freiburg sagte, sei das Projekt sehr anspruchsvoll, aber man sei zum Erfolg verdammt. Damit Reisen für Geimpfte, Genesene und Getestete wieder möglich seien, brauche es internationale Koordination.

BAG setzt auf Tests
Masserey betonte vor den Medien zudem die Wichtigkeit regelmässiger Tests an Schulen, Unternehmen und anderen Institutionen. Dank wiederholter Tests sollen letztendlich weitere Öffnungen möglich werden. Die Testkonzepte der Kantone seien gut fortgeschritten, alle 26 Kantone hätten mittlerweile dem BAG Konzepte vorgelegt. Zwei bis drei Millionen Personen hätten bisher rund acht Millionen kostenlosen Selbsttests in den Apotheken bezogen, sagte Masserey weiter.

Derweil wurden dem BAG in der Schweiz und Liechtenstein am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 2135 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig registrierte das BAG 11 neue Todesfälle und 65 Spitaleinweisungen.

Die Test-Positivitätsrate für die vergangenen sieben Tage lag bei 8,8 Prozent. Im selben Zeitraum wurden pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner 318,18 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 16. April bei 1,04. (awp/mc/ps)

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