Boeing schliesst Entwicklung von Software-Update für 737 Max ab

Boeing schliesst Entwicklung von Software-Update für 737 Max ab
Boeing bleibt unter Druck: Erstflug einer Maschine des Typs 737 MAX 9 vom 13. April 2017 in Renton, Washington. (Foto: Boeing)

Chicago – Nach dem Absturz von zwei Boeing 737 Max mit insgesamt fast 350 Todesopfern hat der US-Flugzeughersteller Boeing nach eigenen Angaben die Entwicklung eines Updates für die Steuerungs-Software abgeschlossen. Boeing sei zuversichtlich, dass die 737 Max mit der aktualisierten Software des Steuerungssystems MCAS „eines der sichersten Flugzeuge sein wird, das jemals geflogen ist“, sagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg. Ein Ende des Flugverbots für die Maschinen dieses Typs bedeutet das zunächst allerdings nicht.

Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA muss die Änderungen noch zertifizieren, bevor die Boeing 737 Max wieder fliegen darf. Die Behörde hatte angekündigt, die Software einer „rigorosen Sicherheitsüberprüfung“ zu unterziehen. Die FAA hat Aufsichtsbehörden aus der ganzen Welt für den 23. Mai nach Fort Worth in Texas eingeladen, um sie über die Sicherheitsanalyse zu informieren. Das Treffen richtet sich einer Mitteilung zufolge ausschliesslich an Aufsichtsbehörden und findet ohne Beteiligung der Industrie statt.

Fast 350 Tote
Beim Absturz einer Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines im März und einer Maschine gleichen Typs der indonesischen Fluglinie Lion Air im Oktober waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Fällen war möglicherweise die MCAS-Software verantwortlich. Der Bordcomputer soll die Nase der Boeing nach unten gedrückt haben, die Besatzung war nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren.

Software 360 Stunden getestet
Boeing teilte am Donnerstag in Chicago mit, die aktualisierte Software sei bereits im Flugsimulator und auf Testflügen erprobt worden. Bislang sei das MCAS-System mit dem Update mehr als 360 Stunden lang auf insgesamt 207 Testflügen eingesetzt worden. Boeing habe zudem verbesserte Trainingsmaterialien entwickelt, die nun von der FAA, von Flugaufsichtsbehörden anderer Länder und von Boeing-737-Max-Kunden überprüft würden.

In der Mitteilung des Konzerns hiess es weiter, man arbeite daran, der FAA auf deren Anforderung hin noch weitere Informationen zur Verfügung zu stellen. Dabei gehe es unter anderem darum, wie Piloten in verschiedenen Szenarien mit der Flugzeugsteuerung und den Anzeigen interagierten. Sobald diese Anforderungen erfüllt seien, werde Boeing mit der FAA einen Testflug zur Zertifizierung vereinbaren.

737 Max bleiben länger am Boden
Das „Wall Street Journal“ hatte am Montag berichtet, es sei unwahrscheinlich, dass die Maschinen vom Typ 737 Max vor Mitte August wieder fliegen dürften. Damit stünden sie für einen grossen Teil des Ferienverkehrs nicht zur Verfügung. Die Zeitung schrieb, die endgültige Zertifizierung durch die FAA hänge auch von der Reaktion ausländischer Flugaufsichtsbehörden ab, die ihre eigenen Untersuchungen vornehmen wollten.

Die FAA war in die Kritik geraten, weil sie erst drei Tage nach dem Absturz in Äthiopien ein Flugverbot für die Boeing 737 Max erlassen hatte. Boeing empfahl als Vorsichtsmassnahme ein Startverbot für alle Flugzeuge der Baureihe weltweit. (awp/mc/pg)

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