Carlsberg erwägt Abschied aus Deutschland

Jørgen Buhl Rasmussen

Carlsberg-CEO Jørgen Buhl Rasmussen.

Hamburg – Der weltweit viertgrösste Brauereikonzern Carlsberg denkt laut einem Zeitungsbericht über den Verkauf seiner Deutschland-Tochter nach. «Deutschland ist nicht unser attraktivster Markt. Wir werden dort ganz sicher nicht die Marktkonzentration vorantreiben», sagte Carlsberg-Chef Jørgen Buhl Rasmussen der «Financial Times Deutschland».

Der dänische Konzern, der unter anderem die Marken Holsten, Astra, Duckstein und Carlsberg führt, kommt in Deutschland lediglich auf einen Marktanteil von weniger als fünf Prozent. Seit längerem halten sich Gerüchte, Carlsberg könne sich komplett aus Deutschland zurückziehen. Noch Anfang April hatte Deutschland-Chef Frank Massen aber Berichte über den Verkauf der Deutschland-Tochter an die Radeberger-Gruppe des Oetker-Konzerns dementiert.

Ausschau nach Zukäufen
Die grössten Wachstumschancen sieht Konzern-Chef Rasmussen im Osten. «Wir machen inzwischen zwei Drittel unserer Gewinne in den Wachstumsmärkten Osteuropas und Asiens», sagte er der Zeitung. Zwar wolle Carlsberg weiterhin seine Schulden senken. Dennoch halte man in Asien Ausschau nach Zukäufen von Brauereien, um dort auf die Konkurrenz aufzuholen. In Westeuropa setzen die Dänen dagegen in den kommenden Jahren nicht mehr allein auf den Gerstensaft. «Wir werden schon sehr bald neue Getränke einführen, die nichts mit Bier zu tun haben», sagte Rasmussen. Die Getränke sollen ab diesem Jahr auf den Markt kommen. (awp/mc/ps)

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