Chinas Industrie verliert weiter an Schwung

China
(Foto: motorradcbr - Fotolia.com)

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Peking – Neue Stimmungsdaten aus Chinas Industriebetrieben lassen ein vergleichsweise schwaches Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt erwarten. Der an den Finanzmärkten stark beachtete Stimmungsindikator der britischen Grossbank HSBC hat sich weiter eingetrübt und hat sich nur noch knapp über der Expansionsschwelle von 50 Punkten gehalten. Im April sei der Einkaufsmanagerindex von 51,6 Punkten im Vormonat auf 50,4 Zähler gefallen, teilte HSBC am Donnerstag mit. Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 50,5 Punkte erwartet.

Werte des Stimmungsindikators oberhalb der Marke von 50 Punkten deuten auf eine wachsende Wirtschaft hin, während Werte darunter einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten erwarten lassen. Experten erklärten die Stimmungseintrübung in der chinesischen Industrie mit zuletzt schwachen Exportgeschäften und der Sorge vor einer Überhitzung des Immobilienmarkts. Sie sprechen mittlerweile von einer «fragilen konjunkturellen Erholung» in China.

CFLP-Index sinkt von 50,9 auf 50,6 Punkte
Bereits am Vortag hatten Daten des chinesischen Einkaufs- und Logistikverbands (CFLP) eine Stimmungseintrübung in den Führungsetagen der Industrieunternehmen gezeigt. Im April fiel der von der CFLP ermittelte Einkaufsmanagerindex von 50,9 auf 50,6 Punkte, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Der Index liegt bereits den siebten Monate in Folge über der Schwelle von 50 Punkten, ab der Expansion beginnt.

Wachstum der chinesischen Wirtschaft bereits in Q1 hinter den Erwartungen zurück
Im ersten Quartal dieses Jahres war Chinas Wirtschaft mit 7,7 Prozent schon langsamer gewachsen als von Experten erwartet. Im vergangenen Jahr lag das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft mit 7,8 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 13 Jahren. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur «Market News International» (MNI) erwartet die politische Führung in Peking für das kommende Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 7,0 Prozent. Die Agentur berief sich dabei auf Informationen aus Regierungskreisen. Für das laufende Jahr geht die Regierung noch von einem Wachstum von 7,5 Prozent aus.

«Der Aufschwung in der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft kommt nicht wirklich aus den Startlöchern», heisst es in einer Analyse der NordLB. (awp/mc/pg)

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