Computergeschäft macht IBM weiter wenig Freude

Virginia Rometty

IBM-Konzernchefin Ginni Rometty.

Armonk – Die Durststrecke des sonst erfolgsverwöhnten IT-Konzerns IBM hält an. Problemfall sind die leistungsstarken Firmenrechner, die sich auch im zweiten Quartal deutlich schlechter verkauften als im Vorjahreszeitraum. Zudem schwächelten die Dienstleistungen wie der Betrieb von Rechenzentren, während das Geschäft mit Software etwas besser lief. Währenddessen leidet das Geschäft des Chipherstellers Intel unter der PC-Flaute.

IBM musste insgesamt einen Umsatzrückgang um 3 Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar verdauen. Der Gewinn schrumpfte um 17 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Konzernchefin Ginni Rometty kündigte am Sitz in Armonk im Bundesstaat New York an, sich um die leistungsschwachen Geschäftsfelder «zu kümmern».

Personalmassnahmen angekündigt
Ein Teil des Gewinnrückgangs ging bereits auf das Konto von Personalmassnahmen, für die 1 Milliarde Dollar veranschlagt wurden. Details nannte IBM dazu nicht. Zwischenzeitlich waren Spekulationen aufgekommen, IBM könne sich von Teilen seines Server-Geschäfts trennen. Als Käufer war der chinesische Computerkonzern Lenovo im Gespräch, der IBM bereits vor Jahren seine Laptops und Tischrechner abgenommen hatte. Doch passiert ist bislang nichts.

Zuversicht für das zweite Halbjahr
Rometty zeigte sich allerdings zuversichtlich für das laufende zweite Halbjahr. Es werde aufwärtsgehen. Sie erwartet operativ nun sogar einen höheren Gewinn als bisher. Nachbörslich stieg die Aktie daraufhin um 2 Prozent.

IBM befindet sich im dauernden Wandel. So hatte der Konzern jüngst mit dem Zukauf eines Betreibers von Rechenzentren sein Cloud-Geschäft gestärkt. Das Unternehmen mit dem Spitznamen «Big Blue» gilt wegen seiner Arbeit für so viele Branchen als Gradmesser für die Konjunktur.

Intel leidet weiter unter PC-Flaute  
Die rückläufigen PC-Verkäufe machen dem weltgrössten Chiphersteller Intel weiterhin zu schaffen. Nach einem trüben ersten Halbjahr hat der Konzern seine Aussichten für das Gesamtjahr zurückgeschraubt. Das einst erfolgsverwöhnte Unternehmen erwartet nun nur noch einen stagnierenden Umsatz statt eines kleinen Zuwachses. Im zweiten Quartal schrumpfte der Umsatz um 5 Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar, wie der Konzern in Santa Clara mitteilte. Der Gewinn gab gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 29 Prozent auf unter dem Strich 2,0 Milliarden Dollar nach.

Für den erst frisch angetretenen Konzernchef Brian Krzanich hat nun die Entwicklung von Chips für mobile Geräte die «höchste Priorität». Intel hat das Problem, dass viele Kunden mittlerweile lieber zu einem Tablet oder Smartphone greifen anstatt zu einem klassischen PC. In den neuen mobilen Geräten ist aber die Chiptechnik des britischen Entwicklers ARM führend. Intel kann hier nur langsam Fuss fassen. (awp/mc/pg)

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