Daimler mit besserem Quartal nach schlechtem Jahresbeginn

Ola Källenius
Daimler-Konzernchef Ola Källenius. (Foto: Daimler)

Stuttgart – Der Auto- und Lkw-Bauer Daimler hat nach dem schwachen Jahresauftakt die Geschäfte etwas stabilisieren können. Allerdings ziehen für die konjunkturanfällige Lkw-Sparte bereits die nächsten Sorgen auf. Weil die Wirtschaft in Nordamerika und Europa schwächer läuft, kann der Konzern seine Ziele in der Sparte in diesem Jahr nicht halten. „Starke Absatzzahlen bei Cars und Vans haben unsere finanzielle Performance im dritten Quartal unterstützt“, sagte Daimler-Chef Ola Källenius am Donnerstag zum abgelaufenen Jahresviertel.

„Um die Transformation in den nächsten Jahren zu meistern, müssen wir die Anstrengungen allerdings noch erheblich steigern“, verwies der Schwede auf das Massnahmenpaket, das er Mitte November im Hinblick auf seine Strategie und den angekündigten Sparkurs vorstellen will.

Der Umsatz kletterte im dritten Quartal im Jahresvergleich um 8 Prozent auf 43,3 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte ebenfalls um 8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu. Mit den beiden Werten lagen die Stuttgarter etwas über den Erwartungen von Experten. Die Aktien lagen vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate rund 1,3 Prozent im Plus. Die Entwicklung der Finanzmittel sollte eine grosse Erleichterung für die Aktienkursentwicklung sein, urteilte JPMorgan-Analyst Jose Asumendi. Für die Experten der UBS erscheint die Dividendenzahlung nun sicherer. Die schlechteren Aussichten der Trucksparte seien dagegen keine Überraschung.

Die vielbeachtete operative Rendite sank bei der wichtigsten Sparte Mercedes-Benz Pkw um 0,3 Prozentpunkte auf 6 Prozent. Belastend wirkten Wechselkurseinflüsse und höhere Kosten für neue Technik und Modelle. Vor allem bei den Vans, den Bussen und bei Mobilitäts- und Finanzdienstleistungen erzielte Daimler ein besseres Ergebnis. Unter dem Strich stieg der Gewinn nur leicht, Daimler erzielte einen auf die Aktionäre entfallenden Gewinn von 1,72 Milliarden Euro nach 1,69 Milliarden vor einem Jahr.

Schlechtere Aussichten für Lkw-Sparte
Nach der Flaute der Autobranche bekommt Daimler nun auch den Konjunkturabschwung in den Lkw-Märkten zu spüren. Im dritten Quartal lag die Umsatzrendite der Lkw-Sparte einen Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den Lkw-Kernmärkten Europa und Nordamerika habe sich deutlich schneller als erwartet eingetrübt, sodass bereits im Schlussquartal mit Ergebnisbelastungen des Geschäftsfelds zu rechnen sei, hiess es vom Unternehmen. Auf Jahressicht rechnet Daimler für die Truck-Sparte nun nur noch mit einer Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern von 6 bis 8 Prozent, vorher standen 7 bis 9 Prozent im Plan.

Statt eines leicht steigenden Absatzes kalkuliert Spartenchef Martin Daum nun mit einem leichten Rückgang. Die Lkw-Branche ist stark konjunkturanfällig. Die Aussichten für die Weltwirtschaft trüben sich bereits seit längerem ein, Daimler ist bei schweren Lkw Weltmarktführer.

Fortschritte machte das Unternehmen bei der Finanzlage, die bisher eine grosse Sorge von Analysten und Investoren war. Zwischen Juli und Ende September flossen dem Unternehmen 2,8 Milliarden Euro zu, nachdem es im bisherigen Jahresverlauf unter anderem wegen der schwächeren Absatzlage und dem Lageraufbau deutlich trüber ausgesehen hatte.

Daimler warnte jedoch davor, dass gebildete Rückstellungen für behördliche und gerichtliche Verfahren sowie Untersuchungen rund um Dieselabgase nicht ausreichen könnten. Infolgedessen könnten zusätzliche Aufwendungen entstehen, die sich negativ auf die Renditeerwartungen insbesondere in der Pkw- und der Vans-Sparte auswirken könnten. Daimler hatte im ersten Halbjahr Milliarden für die Probleme um mutmasslich illegale Dieselabgastechnik an die Seite legen müssen. (awp/mc/ps)

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