Deutsche Wirtschaft mit starkem Jahresauftakt

Ferdinand Fichtner

Ferdinand Fichtner, Leiter Konjunkturpolitik am DIW.

Berlin – Die deutsche Wirtschaft dürfte nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stark in das neue Jahr gestartet sein. «Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter im stabilen Aufschwung», teilte das DIW am Donnerstag in Berlin mit.

Im ersten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft um 0,9 Prozent gewachsen sein, bekräftigten die Forscher ihre letzte Prognose. «Im zweiten Quartal wird wohl ein ebenfalls kräftiger Anstieg um 0,6 Prozent folgen.» Die Abschwächung im zweiten Vierteljahr sei vor allem auf ein Auslaufen der Nachholeffekte im Bausektor zurückzuführen. Die konjunkturelle Dynamik bleibe gleichwohl intakt. «Im ersten Quartal konnte die Bauwirtschaft dank der günstigen Wetterbedingungen ungewöhnlich kräftig zulegen», sagte DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin. Die Industrie dürfte im zweiten Quartal abermals deutlich wachsen. «Angesichts der guten Auftragslage stehen für die deutsche Konjunktur die Signale auf Grün», so Kuzin.

«Finanzmärkte werden wieder nervöser»
Risiken birgt aber nach Einschätzung des DIW das weltwirtschaftliche Umfeld. Die wegen der weltwirtschaftlichen Erholung und der Unruhen in der arabischen Welt stark gestiegenen Ölpreise dürften das globale Wachstum etwas dämpfen. «Vor allem aber werden die Finanzmärkte wieder nervöser», erläutert Ferdinand Fichtner, Leiter Konjunkturpolitik am DIW. «Die Schuldenkrise im Euroraum, aber auch die Katastrophe in Japan und die dramatische Situation der Staatsfinanzen in den USA sorgen weiter für Beunruhigung. Verschärfen sich die Probleme, könnte auch die Realwirtschaft wieder in Bedrängnis kommen.» (awp/mc/ps)

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