Deutscher Aussenhandel mit deutlichem Rücksetzer

Container-Hafen Hamburg.

Wiesbaden – Die zuletzt dynamische deutsche Exportwirtschaft hat einen Dämpfer erlitten. Nach den Rekordausfuhren im Vormonat sanken die Exporte im April kalender- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Die Einfuhren gingen um 4,8 Prozent zurück. Experten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, ihn aber wesentlich geringer veranschlagt. Angesichts der robusten globalen Nachfrage dürften die Exporte in den kommenden Monaten aber wieder zulegen.

Nach dem starken Start ins Jahr liegt die deutsche Exportwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr aber weiter deutlich im Plus. Insgesamt wurden im April von Deutschland Waren im Wert von 87,1 Milliarden Euro ausgeführt. Das sind nach den Angaben 3,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gebremst wurde das Wachstum durch das deutliche Minus bei den Exporten in die krisengeschüttelte Eurozone. Die Einfuhren gingen im Jahresvergleich hingegen um 1,0 Prozent auf 72,7 Milliarden Euro zurück.

Kein Einbruch der globalen Nachfrage erwartet
Commerzbank -Expertin Ulrike Rondorf sieht in dem Exportrückgang im April keinen Hinweis auf eine anhaltende Ausfuhrflaute: «Wir erwarten nicht, dass die globale Nachfrage einbricht.» Vielmehr werde die Weltwirtschaft im Jahresverlauf weiter wachsen: «Davon dürfte die wettbewerbsfähige deutsche Wirtschaft weiterhin überdurchschnittlich profitieren.»

Die deutschen Unternehmen exportierten im April Waren im Wert von 50,5 Milliarden Euro in die EU-Länder, 1,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auch die Importe aus der EU sanken um 1,1 Prozent auf 46,3 Milliarden Euro. Vor allem die Versendungen in die Länder der Eurozone blieben weit unter dem Niveau der Vorjahres: Der Exportwert sank um 3,6 Prozent auf 33,1 Milliarden Euro. Die Importe aus der Eurozone gingen im selben Zeitraum um 0,6 Prozent auf 32,8 Milliarden Euro zurück.

Deutlich mehr Exporte in Drittländer
Damit verdankt Deutschland sein Exportplus im Jahresvergleich ausschliesslich den Ländern ausserhalb der Europäischen Union: In die sogenannten Drittländer lieferten die deutsche Unternehmen im April Waren im Wert von 36,7 Milliarden Euro und damit über 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Importe sanken hingegen leicht um 0,7 Prozent auf 26,5 Milliarden Euro.

Verarbeitendes Gewerbe setzt deutlich weniger um
Das Verarbeitende Gewerbe Deutschlands hat im April deutlich weniger als im Vormonat umgesetzt. Von März auf April sank der Gesamtumsatz um 1,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag weiter mitteilte. Besonders stark gingen die Umsätze im Ausland zurück, hier sanken sie um 1,9 Prozent. Trotz Schuldenkrise legte der Umsatz mit Abnehmern aus den Euroländern um 1,6 Prozent zu, im restlichen Ausland sank er jedoch deutlich um 4,2 Prozent. Der Inlandsumsatz sank unterdessen leicht um 0,8 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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