Deutschland: Ifo-Geschäftsklima steigt trotz Ukraine-Krise

Hans-Werner Sinn

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn,

München – Die Krise in der Ukraine hat die Stimmung in deutschen Unternehmen im April nicht belastet. Nach einem Rücksetzer im März stieg das Geschäftsklima nun um 0,5 Punkte auf 111,2 Zähler, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 110,4 Punkte erwartet. Die aktuelle Lage wurde leicht besser bewertet als im Vormonat, die Erwartungen für das nächste halbe Jahr hellten sich deutlich auf. Der Euro stieg nach Veröffentlichung der Zahlen auf ein Tageshoch.

„Trotz der Krise in der Ukraine setzt sich die positive Grundstimmung durch“, kommentierte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die neuen Umfrageergebnisse. Das Institut fragt monatlich in etwa 7000 Unternehmen nach, wie diese ihre aktuelle Wirtschaftslage und die Geschäftsaussichten bewerten. Die Lage hellte sich geringfügig um 0,1 Punkte auf 115,3 Zähler auf, die Erwartungen stiegen um 0,9 Punkte auf 107,3 Zähler. Das aus beiden Zahlen errechnete Geschäftsklima legte in allen betrachteten Wirtschaftssektoren zu.

Ukraine-Krise gut weggesteckt
„Die deutschen Unternehmen strotzen vor Kraft“, kommentierte die VP Bank aus Liechtenstein. Nicht nur werde die Krise in der Ukraine gut weggesteckt, auch drückten die verhältnismässig hohen Tariflohnabschlüsse nicht auf die Stimmung. Ing-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski nannte zudem weitere Stimmungswerte wie den ZEW-Index oder die Einkaufsmanagerindizes, die zuletzt ebenfalls positiv überrascht hatten. Er lenkte den Blick aber auch auf konjunkturelle Risiken wie die Ukraine-Krise oder die Wachstumsschwäche Chinas und anderer Schwellenländer. (awp/mc/upd/ps)

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