Erholung in Chinas Industrie verliert an Fahrt

Erholung in Chinas Industrie verliert an Fahrt

Peking – In China hat sich die Stimmung in den Industriebetrieben vor dem Hintergrund saisonaler Effekte und neuer lokaler Corona-Ausbrüche zu Beginn des Jahres abgekühlt. Ein vom chinesischen Wirtschaftsmagazin „Caixin“ am Montag veröffentlichter Einkaufsmanagerindex (PMI) lag im Januar bei 51,5 Punkten und damit 1,5 Punkte niedriger als im Dezember. Analysten wurden vom Ausmass des Stimmungsdämpfers überrascht. Sie hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 52,6 Punkte erwartet.

Die Daten „Caixin“-Magazins bilden vor allem die Stimmungslage in kleineren und mittleren Betrieben ab. Trotz des Rückgangs deutet der Stimmungsindikator nach wie vor auf Wachstum in der chinesischen Industrie hin. Indexwerte über 50 Punkte signalisieren eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivitäten, während Werte unter der sogenannten Wachstumsschwelle ein Schrumpfen signalisieren.

PMI-Index leicht rückläufig
Bereits am Wochenende hatte der offizielle Einkaufsmanagerindex des chinesischen Statistikamtes eine etwas weniger optimistische Stimmung offenbart. Dieser PMI-Index ging von 51,9 Punkten im Dezember auf 51,3 Zähler im Januar zurück. Er bildet eher die Stimmung in den grossen und staatlichen Betrieben ab.

Der leichte Rückgang sei mit der geringeren Geschäftstätigkeit um das chinesische Neujahrsfest zu erklären, das in diesem Jahr auf den 12. Februar fällt, erklärte Chinas Chefstatistiker Zhao Qinghe. Auch einige zuletzt wieder aufgetretene Covid-19-Fälle in China hätten vorübergehend die Produktion und den Betrieb einiger Unternehmen beeinträchtigt.

„Zusammengenommen kann auch nach diesen Zahlen weiterhin von einer Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Aktivität ausgegangen werden, in allerdings nun geringerem Tempo“, kommentierte Analyst Bernd Krampen von der NordLB die Daten. Demnach scheint die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt ein Jahr nach dem Höhepunkt der dortigen Corona-Katastrophe halbwegs sicher aus dem wirtschaftlichen Tief zu kommen.

Ein Stück weit pessimistischer wird die Lage vom Commerzbank-Analysten Hao Zhou bewertet. Seiner Einschätzung nach sind die Einkaufsmanagerindizes im Januar deutlich gefallen. Vor diesem Hintergrund rechnet er im ersten Quartal sogar mit einem leichten Schrumpfen der chinesischen Wirtschaftsleistung. (awp/mc/pg)

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