Inflation in der Eurozone steigt leicht

Inflation Eurozone
(Bild: © fotomek / fotolia.com)

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Luxemburg – Die Inflation in der Eurozone ist im Oktober auf niedrigem Niveau zum ersten Mal seit einem halben Jahr wieder gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) steht aber weiter unter Druck. Die Jahresrate der Teuerung habe von 0,3 Prozent im Vormonat auf 0,4 Prozent zugelegt, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg nach einer ersten Schnellschätzung mit. Ökonomen hatten mit diesem Anstieg gerechnet. Die Inflation ist damit zum ersten Mal seit April wieder geklettert. Die Inflationsrate liegt allerdings weiterhin deutlich unter dem Zielwert der EZB, die eine Rate von knapp zwei Prozent anstrebt.

Im Juni und September hatte die EZB bereits Massnahmen gegen die zu niedrige Inflation beschlossen. Experten spekulieren angesichts der anhaltend niedrigen Teuerung sowie der schwachen Konjunkturentwicklung in der Eurozone bereits darüber, ob die Notenbank in den Ankauf von Staatsanleihen einsteigt.

„Die EZB steht aufgrund des gedämpften Preisumfelds unter Druck. Mithin bleibt die Fantasie auf weitergehende Lockerungsmassnahmen grundsätzlich erhalten“, kommentierte Ulrich Wortberg von der Helaba. Der Experte erwartet für die EZB-Ratssitzung in der kommenden Woche zunächst eine abwartende Haltung der Währungshüter. Die Tür für zusätzliche Massnahmen stehe aber offen.

Rückläufige Energiepreise bremsen Teuerung weiterhin
Verantwortlich für den Anstieg der Teuerungsrate im Oktober waren vor allem die gestiegenen Preise für Dienstleistungen, die gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent und damit etwas stärker als im Vormonat (+1,1%) zulegten. Auch die jährliche Teuerung bei Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak beschleunigte sich auf von 0,3 Prozent im Vormonat auf 0,5 Prozent. Rückläufige Energiepreise bremsen dagegen weiterhin die Teuerung. Sie fielen im Oktober um 1,8 Prozent und damit nicht mehr ganz so stark wie noch im September (-2,3%).

Die sogenannte Kernrate fiel im Oktober von 0,8 Prozent im Vormonat auf 0,7 Prozent. Ökonomen hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet. Bei der Kernrate werden stark schwankende Komponenten wie Energie und Lebensmittel ausklammert. Sie gilt als aussagekräftig für den langfristigen Inflationstrend und wird deshalb von der EZB genau beobachtet.

Arbeitslosenquote verharrt bei 11,5 Prozent
Die Lage am Arbeitsmarkt der Eurozone ist im September stabil geblieben. Die Arbeitslosenquote habe den vierten Monat in Folge bei 11,5 Prozent verharrt, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag mit. Die Quote bleibt damit auf dem niedrigsten Wert seit September 2012. Volkswirte hatten mit der aktuellen Entwicklung gerechnet. Im langfristigen Vergleich bleibt die Arbeitslosigkeit im Währungsraum aber weiter auf hohem Niveau.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenquote jedoch um 0,5 Prozentpunkte. In absoluten Zahlen verringerte sich die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 19’000 auf 18,347 Millionen. Zum September des Vorjahres fiel die Arbeitslosenzahl um 826’000.

Die niedrigsten Arbeitslosenquoten gab es in Deutschland (5,0%) und Österreich (5,1%). Am schwierigsten ist die Lage nach wie vor in Griechenland (letzter Wert Juli 26,4%) und Spanien (24,0%). (awp/mc/ps)

 

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