EY: US-Internetkonzerne sind wertvollste Unternehmen der Welt

Stefan Rösch
Stefan Rösch, Managing Partner und Transaction Advisory Services Leader bei EY Schweiz. (Foto: EY)

Zürich – US-amerikanische und chinesische Digitalkonzerne dominieren aktuell das Ranking der teuersten Unternehmen und haben seit Jahresbeginn massiv an Wert gewonnen: Der Börsenwert der sechs teuersten Unternehmen der Welt – erstmals allesamt Digitalkonzerne – ist in diesem Jahr um gut 500 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von 13 Prozent. Das sind Ergebnisse einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die die Marktkapitalisierung der 100 am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit halbjährlich untersucht.

Das wertvollste Unternehmen der Welt ist wie schon zu Jahresbeginn Apple: der Marktwert liegt zurzeit bei 905 Milliarden US-Dollar. Auf dem zweiten Platz liegt Amazon; der Online-Händler konnte im Vergleich zum Jahresbeginn zwei Plätze aufrücken und hat seinen Börsenwert um 43 Prozent auf gut 806 Milliarden US-Dollar gesteigert. Dies entspricht einem Wertzuwachs von knapp 240 Milliarden US-Dollar in einem halben Jahr – mehr als der komplette Börsenwert des teuersten Schweizer Konzerns Nestlé. Die Plätze drei bis fünf belegen mit Alphabet, Microsoft und Facebook ebenfalls US-Digitalkonzerne, gefolgt von Alibaba und Tencent, zwei chinesischen Internetkonzernen.

Investoren setzen auf Firmen mit digitalen Geschäftsmodellen
Doch nicht nur in den Top 10 der wertvollsten Konzerne der Welt dominieren inzwischen Digitalkonzerne – auch im Top-100-Ranking haben Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen im vergangenen Halbjahr massiv an Bedeutung gewonnen: Ihre Zahl stieg von 18 auf 22 – während gleichzeitig die Zahl der Banken und Versicherungen von 22 auf 16 zurück ging. Der kumulierte Wert aller 100 untersuchten Unternehmen ist seit Jahresbeginn um 0,3 Prozent auf 20,0 Billionen US-Dollar leicht gesunken. Die US-amerikanischen Unternehmen vereinen 64 Prozent des Gesamtvolumens auf sich, die asiatischen machen 19 Prozent aus, europäische nur 16 Prozent.

«Investoren setzen derzeit vor allem auf Unternehmen mit digitalen Geschäfts-modellen, die bei vergleichbaren Umsätzen und Gewinnen zum Teil drastisch höhere Börsenwerte erzielen als Unternehmen aus traditionellen Branchen», kommentiert Stefan Rösch, Partner und Leiter Transaktionsdienstleistungen bei EY in der Schweiz. «Offenbar trauen die Anleger Digitalunternehmen derzeit deutlich grössere Wachstumschancen zu. Und sie rechnen damit, dass die Digitalkonzerne Strukturen in anderen Branchen aufbrechen und ihrerseits die Regeln diktieren können, wie es einige der führenden Internetkonzerne bereits geschafft haben.»

Europäische Konzerne verlieren an Bedeutung
Wie zu Jahresbeginn schaffen es aktuell 22 europäische Konzerne in das Ranking der 100 teuersten Unternehmen der Welt – Nordamerika ist mit 57 Unternehmen vertreten, Asien mit 21. Allerdings sind die europäischen Top-Konzerne insgesamt deutlich weniger wert als die Konkurrenz aus Nordamerika und China. Insgesamt kommen alle europäischen Unternehmen auf einen Börsenwert von 3,1 Billionen US-Dollar, drei Prozent weniger als vor einem halben Jahr. Die asiatischen Unternehmen sind 3,8 Billionen US-Dollar wert (minus fünf Prozent) und die nordamerikanischen Konzerne kommen auf 12,8 Billionen US-Dollar (plus zwei Prozent).

Nestlé, Roche und Novartis in den Top 100
Als teuerstes europäisches Unternehmen platziert sich der niederländisch-britische Ölkonzern Royal Dutch Shell mit einem Marktwert von 293 Milliarden US-Dollar auf Rang 13. Mit Nestlé (233 Milliarden, Platz 21), Roche (188 Milliarden, Platz 34) und Novartis (186 Milliarden, Platz 35) sind insgesamt drei Schweizer Unternehmen in der Top 100 vertreten. Bei den Top 300-Unternehmen sind auch die sechs weiteren Schweizer Firmen Glencore (70 Milliarden, Platz 148), Chubb (58 Milliarden, Platz 187), UBS (57 Milliarden, Platz 193), Richemont (48 Milliarden, Platz 239), ABB (46 Milliarden, Platz 255) und Zurich (44 Milliarden, Platz 276) in dieser Aufstellung vertreten.

Zur Dominanz der Konzerne aus den USA und zunehmend auch aus China schlussfolgert Stefan Rösch: «Offenbar schaffen es europäische Unternehmen momentan zu selten, den Investoren ein überzeugendes Zukunftsmodell zu vermitteln. Umso wichtiger ist, dass die europäische Wirtschaft neuen Schwung bekommt und den Beweis antritt, dass sie auch in der digitalen Wirtschaft von morgen ein wichtiges Wort mitzureden hat.» (EY/mc)

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