Fiat bereitet Mehrheitsübernahme bei Chrysler vor

Sergio Marchionne
Sergio Marchionne, ehemaliger CEO Fiat Chrysler Automobiles und Ferrari.

Fiat– und Chrysler-CEO Sergio Marchionne.

Balocco – Fiat will seine Beteiligung an Chrysler sukzessive aufstocken und bereitet die Übernahme der Mehrheit beim US-Hersteller vor. Voraussetzung sei, dass Chrysler seine Schulden bei den Regierungen der USA und Kanadas refinanziert bekomme, sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne am Montag.

Die Schulden, für die bis Juni eine Vereinbarung gefunden werden müsse, beliefen sich noch auf sieben Milliarden Dollar, hiess es. Die USA und Kanada hatten Chrysler 2009 im Insolvenzverfahren gestützt und so vor der Pleite bewahrt. Seit der Beinahe-Pleite steht Marchionne auch an der Spitze von Chrysler. Die Italiener wollen noch in dieser Woche ihre Chrysler-Beteiligung von 25 Prozent auf 30 Prozent aufstocken. Die fünf Prozent fallen Fiat bei Erreichen eines mit den Regierungen vereinbarten Meilensteins zu. Bislang hat Fiat kein Geld in Chrysler investiert, aber technisches Know-how geboten.

Marchionne will Chrysler zurück an die Börse bringen
Der nächste Meilenstein, der den Italienern weitere fünf Prozent bringen soll, werde erst im vierten Quartal erreicht, sagte Marchionne. Um die Mehrheit zu erreichen, könne Fiat dann weitere 16 Prozent erwerben, müsste dafür aber erstmals Geld in die Hand nehmen. Das Aktienpaket könne Fiat aus Barbeständen bestreiten, sagte Marchionne, ohne einen Preis zu nennen. Der Fiat-Chef will Chrysler zurück an die Börse bringen, zuvor aber die Mehrheit übernehmen. Wahrscheinlich dürfte der Börsengang erst 2012 anstehen. Chrysler habe im ersten Quartal erwartungsgemäss abgeschnitten. Er sei zufrieden, sagte Marchionne. Für das laufende Jahr bestätigte der Manager das Ziel, Chrysler werde zwei Milliarden Dollar operativen Gewinn einfahren. (awp/mc/ps)

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