Generalstreik: Belgien erwartet den Stillstand

Charles Michel Belgien
Belgiens Premierminister Charles Michel.

Belgiens Premierminister Charles Michel.

Brüssel – Belgien stellt sich auf einen Tag des Stillstands ein: Ein Generalstreik soll am Montag das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen bringen. Es ist der Höhepunkt einer Streikwelle, mit der die Gewerkschaften seit dem 24. November gegen die Sparpläne der Mitte-Rechts-Regierung protestieren. Reisende müssen sich auf massive Behinderungen im Zug- und Flugverkehr einstellen.

Der belgische Luftraum sollte von Sonntagabend um 22 Uhr an für 24 Stunden geschlossen sein, da sich auch die Flugaufsicht des Landes dem Arbeitskampf anschliesst, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtet. Notlandungen sollen aber möglich sein. Alle regulären Flüge von und nach Belgien fallen aus. Auch Busse und Bahnen rollen nicht. Die Deutsche Bahn rechnete mit Auswirkungen auf Verbindungen bis zum frühen Dienstagmorgen. Auch die Fernzüge Thalys und TGV fallen aus, der Kanalzug Eurostar, der Brüssel mit London verbindet, fährt am Montag nur bis ins nordfranzösische Lille.

Strassensperren in Industriegebieten
Selbst Autofahrer müssen am Montag vereinzelt mit Problemen rechnen. Gewerkschafter wollen nach Medienberichten Strassensperren in Industriegebieten errichten. Auch Schulen und die öffentliche Verwaltung wären betroffen, ebenso einige grössere Unternehmen. Auswirkungen waren schon am Sonntag zu spüren: Aus Sicherheitsgründen wurde laut Belga der kommerzielle Schiffsverkehr auf dem Fluss Schelde frühzeitig eingestellt. Dies trifft unter anderem den Antwerpener Hafen.

Mit den Protesten stemmen sich die Gewerkschaften gegen das Sparpaket der Regierung unter dem liberalen Premier Charles Michel. Geplant ist unter anderem eine Anhebung des Rentenalters von bisher 65 auf 67 Jahre bis 2030. Zumindest einmal soll auch auf die in Belgien übliche automatische Anpassung der Gehälter an steigende Preise verzichtet werden. Nach Ansicht der Gewerkschaften würden die Pläne vor allem Arbeitnehmer, Arbeitslose, Senioren und Kranke treffen. Wohlhabende und das Grosskapital blieben hingegen verschont, heisst es. (awp/mc/ps)

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