Gericht in China spricht Glaxo schuldig und verhängt Millionenstrafe

Andrew Witty
GlaxoSmithKline-CEO Andrew Witty.

Sir Andrew Witty, CEO GlaxoSmithKline.

Peking / London – Ein chinesisches Gericht hat den britischen Pharmariese GlaxoSmithKline wegen Korruption schuldig gesprochen. Dem Urteil waren monatelange Ermittlungen vorangegangen. Das Unternehmen werde eine Strafe in Höhe von 297 Millionen Pfund (376 Mio Euro) zahlen, teilte GlaxoSmithKline am Freitag in London mit. Die Summe werde aus bestehenden Barbeständen beglichen und im dritten Quartal verbucht. Der ehemalige China-Chef Mark Reilly muss für drei Jahre ins Gefängnis, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Chinesische Fahnder hatten schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen China-Chef erhoben. Der Brite habe ein «umfassendes Korruptionsnetzwerk» betrieben, hiess es. Die Ermittler warfen dem britischen Konzern vor, seit sechs Jahren über Mittelsmänner in Reisebüros und Beratungsunternehmen mehrere Milliarden Yuan an Bestechungsgeldern an Ärzte, Krankenhausmitarbeiter oder hohe Beamte gezahlt zu haben. Diese Vorwürfe wurden im wesentlichen von dem Gericht bestätigt. Glaxo hatte mit den Behörden bei der Aufklärung zusammengearbeitet.

Die Fahnder ermittelten gegen 46 Verdächtige. Während der Untersuchung war herausgekommen, dass Glaxo dank seines Korruptionsnetzwerkes die Preise für seine Produkte in China immer weiter nach oben habe treiben können. Laut früheren Polizeiangaben kosteten Medikamente des Unternehmens in China bis zu siebenmal so viel wie auf anderen Märkten. (awp/mc/ps)

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