H&M steigert Gewinn kräftig – Hohe Inflation bereitet Sorgen

Hennes & Mauritz
Hennes & Mauritz-Filiale in Taiwan. (Foto: H&M)

Stockholm – Der Modekonzern Hennes & Mauritz (H&M) hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 mehr verdient als erwartet. Es gebe zudem erste Anzeichen, dass sich die zuletzt angespannte Situation in der Lieferkette schrittweise bessere, teilte der Konzern am Mittwoch in Stockholm mit. Sorgen bereitet allerdings die hohe Inflation, die dazu führen könnte, dass die Verbraucher weniger für Kleidung ausgeben. In den drei Monaten bis Ende Mai zog der Vorsteuergewinn um ein Drittel auf 4,8 Milliarden schwedische Kronen (rund 450 Mio Euro) an. Damit übertraf der Inditex-Konkurrent die Erwartungen der Experten deutlich.

Zudem kündigte das Unternehmen den Rückkauf von eigenen Aktien für bis zu drei Milliarden Kronen an. Die in den vergangenen Monaten kräftig unter Druck stehende Aktie legte im frühen Handel bis zu fünf Prozent auf 128,10 Kronen zu und konnte sich damit etwas von ihren jüngsten Verlusten erholen. Die Aktie war von mehr als 200 Kronen im Juli bis auf 110 Kronen im Mai abgestürzt. Gründe dafür waren unter anderem die Lieferengpässe infolge strikter Corona-Restriktionen in China sowie im Zuge des Ukraine-Kriegs.

Aktien von H&M und Inditex während Corona abgeschmiert
Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020 büsste der Aktienkurs von H&M rund 40 Prozent ein. Damit gaben die Anteile deutlicher nach als diejenigen des Konkurrenten Inditex, diese büssten seitdem rund 30 Prozent ein. Gemessen am Börsenwert haben die Spanier mit 68 Milliarden Euro ebenfalls die Nase vorne. H&M kommt dagegen auf umgerechnet gerade mal rund 20 Milliarden Euro und das, obwohl Inditex zuletzt beim Umsatz nur auf circa das 1,3-Fache des skandinavischen Wettbewerbers kam.

Umsatz legt um 17 Prozent zu
Der Umsatz von H&M legte – wie bereits seit Mitte Juni bekannt – um 17 Prozent auf 54,5 Milliarden Kronen (5,1 Mrd Euro) zu. Dazu trug auch die schwache schwedische Währung bei – ohne die Effekte von Wechselkursveränderungen betrug das Plus zwölf Prozent. Der Konzern profitierte im vergangenen Quartal von einer kräftigen Erholung von der Corona-Pandemie, die das Geschäft vor einem Jahr noch kräftig belastet hatte. Dieser Basiseffekt läuft nun aus. So rechnet H&M im Juni im Vergleich zum sehr starken Vorjahr mit einem um Währungseffekte bereinigten Umsatzrückgang um sechs Prozent. Fünf Prozentpunkte davon gehen auf das derzeit ausgesetzte Geschäft in Belarus, Russland und der Ukraine zurück.

H&M war einer der ersten Einzelhändler, die Konsequenzen aus dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine zogen. Das Unternehmen hat seit Beginn des Krieges sämtliche Aktivitäten in Belarus, Russland und der Ukraine auf Eis gelegt. Insgesamt seien 185 Filialen und der Online-Handel in Russland betroffen, hatte H&M bei Vorlage der Zahlen für das erste Quartal mitgeteilt. (awp/mc/pg)

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