Iran begrüsst Opec-Einigung: «Wichtiges Lebenszeichen»

Bijan Namdar Zangeneh
Irans Ölminister Bijan Namdar Zangeneh. (By Javad Jalali - tasnimnews.com, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47502222)

Teheran – Der Iran hat die Einigung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) auf die erste Förderkürzung seit 2008 als eine sehr wichtige Entscheidung begrüsst. «Man dachte schon, die Opec wäre tot, aber mit dieser Einigung hat das Kartell wieder ein wichtiges Lebenszeichen von sich gegeben», sagte Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh am Donnerstag. Besonders wichtig sei, dass die Fördermengen nicht nur eingefroren, sondern gekürzt worden sind.

Die Opec will zunächst in den kommenden sechs Monaten 1,2 Millionen Barrel pro Tag weniger produzieren. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. Laut Minister Sanganeh mussten alle Mitgliedsländer ihre Produktion um 4,5 Prozent kürzen, ausser Iran, der sogar 90’000 Barrel am Tag mehr produzieren darf.

Sanganeh lobte die Kooperationsbereitschaft der Opec-Mitglieder. «Wir haben gesehen, dass man trotz Konkurrenz, Rivalität und sogar politischer Differenzen zu einer Einigung und Zusammenarbeit kommen kann.» Sanganeh bezog sich besonders auf Saudi Arabien, den politischen Erzfeind des Irans. Auch Russland lobte er für die Bereitschaft, seine Fördermengen um 300 000 Barrel pro Tag zu kürzen.

Russland schliesst sich Opec-Drosselung bei Ölförderung an
Die Rohstoffmacht Russland schliesst sich dem Beschluss der Opec zur Drosselung der Ölförderung an. «Auch russische Konzerne werden die Ölförderung zurückfahren», sagte Energieminister Alexander Nowak am Donnerstag in Moskau. Ab sofort werde Russland, das nicht Mitglied in der Organisation Erdöl exportierender Länder ist, seine Tagesförderung um etwa 300’000 Barrel (je 159 Liter) kürzen.

Als Ausgangspunkt gelte der November-Durchschnitt von 11,2 Millionen Fass pro Tag in Russland, sagte Nowak der Agentur Interfax zufolge. Zuvor hatte Moskau stets betont, nur zum Einfrieren der Förderung auf dem gegenwärtigen Niveau bereit zu sein. Nowak lobte die von der Opec getroffene Entscheidung als «wichtigen Schritt zur Wiederherstellung eines Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage». (awp/mc/pg)

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