Kevin Spacey beschert Netflix Kunden-Ansturm

Netflix

New York – Die Wette auf Kevin Spacey hat sich für die amerikanische Online-Videothek Netflix voll ausgezahlt. Unter anderem dank der ersten eigenen Serie «House of Cards» mit dem Hollywood-Star kamen zwei Millionen neue Online-Kunden in den USA hinzu, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte. Die Aktie schoss im nachbörslichen Handel um rund ein Viertel auf über 217 Dollar hoch. In der Schweiz ist der Dienst bislang nicht verfügbar.

Netflix hatte in den Quartalen davor Probleme mit einem gescheiterten Firmen-Umbau und Lizenzen für TV-Inhalte gehabt. Konzernchef Reed Hastings wollte das DVD-Versandgeschäft vom Online- Streaming abspalten – die Kunden liefen jedoch eine zusätzliche Gebühr Sturm. Das alles ist jetzt in den Hintergrund gerückt. Weltweit gewann Netflix drei Millionen Online-Kunden hinzu und hat jetzt insgesamt über 36 Millionen Nutzer, davon 29,2 Millionen in den USA.

Umsatz steigt auf gut 1 Mrd Dollar
Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um 18 Prozent auf gut eine Milliarde Dollar. Unterm Strich gab es zwar nur einen dünnen Gewinn von 2,7 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Netflix aber noch 4,6 Millionen Dollar verloren.

Kleine Absprungrate nach Gratis-Probezeit
Die Polit-Serie «House of Cards» startete in den USA im Februar und war nur bei Netflix zu sehen. Derzeit ist die zweite Staffel in Arbeit. Kevin Spacey («American Beauty») spielt einen Abgeordneten, der sich mit dem US-Präsidenten anlegt. Netflix bot für die Serie eine Gratis-Probezeit an – nur knapp 8000 Kunden hätten danach tatsächlich gekündigt, hiess es. Im laufenden Vierteljahr rechnet Netflix mit etwa 880.000 neuen Streaming-Kunden in den USA.

Zugleich kündigte das Unternehmen ein neues Familien-Abo für knapp 12 US-Dollar im Monat an, mit dem pro Haushalt bis zu vier verschiedene Videos angesehen werden können. Bislang liegt die Obergrenze bei zwei. Beim DVD-Versand hat Netflix nach einem leichten Rückgang noch rund acht Millionen Kunden. (awp/mc/pg)

«House of Cards» bei Wikipedia

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