Metro erwartet gutes Weihnachtsgeschäft

Olaf Koch

Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender Metro Group. (Foto: Metro Group)

Düsseldoprf – Der Handelskonzern Metro macht sich Hoffnung auf klingelnde Kassen im Weihnachtsgeschäft. Der Konzern sei optimistisch in das laufende Quartal gestartet und erwarte ein gutes Geschäft rund um die Weihnachtsfeiertage, teilte Metro am Montag bei der Vorlage vorläufiger Umsatzzahlen mit. Die letzten Wochen des Kalenderjahres sind die wichtigsten für den Handelskonzern, zu dem neben den gleichnamigen Grossmärkten noch die Elektronikketten Media Markt und Saturn sowie die Supermärkte von Real gehören. In dieser Zeit macht er mit Abstand das meiste Geld.

Die Zuversicht der Düsseldorfer sorgte auch an der Börse für gute Laune. Im frühen Handel gewann die im MDax notierte Aktie mehr als drei Prozent. Händler werteten den Ausblick als positiv, der Umsatz sei hingegen wie erwartet ausgefallen.

Das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2014/2015 schloss der Händler aber mit einem Umsatzrückgang ab. Nach ersten Berechnungen sanken die Erlöse im Jahresvergleich um 1,2 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro. Ursache hierfür war der schwache russische Rubel, der den in Osteuropa stark vertretenen Konzern belastete, aber auch Marktschliessungen sowie Unternehmensverkäufe. Metro hatte sich von seinem Grosshandelsgeschäft in Dänemark und Griechenland sowie den Supermärkten in der Türkei getrennt. Auf gleicher Fläche legten die Umsätze um 1,5 Prozent zu. Sein eigenes Ziel und die Erwartungen der Analysten hat der Konzern damit erreicht.

Weitere Zukäufe geplant – Media-Saturn Wachstumslokomotive
«Wir haben es geschafft, wieder Dynamik in unser Kerngeschäft zu bringen und unsere Bilanz weiter zu stärken», sagte Vorstandschef Olaf Koch laut Mitteilung. Das Geschäftsjahr 2014/2015 markiere für die Metro «eine Zeitenwende». Der Konzern ist inzwischen nur noch mit drei Töchtern unterwegs. Die Kaufhauskette Kaufhof wurde mit Stichtag 30. September an den kanadischen Kaufhauskonzern Hudson’s Bay verkauft.

Kaufhof ist auch in den Umsatzzahlen nicht mehr enthalten. Aus dem Verkaufspreis von 2,8 Milliarden Euro flossen der Metro 1,75 Milliarden Euro zu, die der Konzern neben dem Abbau seiner Schulden für Investitionen in die verbliebenen Töchter, aber auch für Zukäufe nutzen will. Im vierten Quartal schlug der Konzern bereits bei dem Elektronikreparatur-Dienstleister RTS und dem in Singapur beheimateten Feinkost-Lieferanten Classic Fine Foods (CFF) zu.

Wachstumstreiber im vergangenen Jahr war die Elektroniktochter Media-Saturn, die ihren Umsatz um 3,6 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro steigerte. Der Metro zufolge zahlt sich die Verzahnung von Online-Handel und stationärem Geschäft immer mehr aus. Der im Internet erzielte Umsatz verbesserte sich um über 20 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Metro war mit den Ketten Media Markt und Saturn relativ spät mit eigenen Onlineshops gestartet und hat daher nun Nachholbedarf.

Cash & Carry leidet unter Rubel-Schwäche
Der Grosshandel Cash & Carry litt unter dem schwachen Rubel. Die grösste Sparte im Metro-Konzern verbuchte daher einen Umsatzrückgang von 2,7 Prozent auf 29,7 Milliarden Euro. Das Grosshandelsgeschäft läuft vor allem im Ausland gut. Hierzulande kaufen viele Restaurantbesitzer oder Hoteliers nach wie vor oft bei billigeren Discountern ein. Laut Metro war der flächenbereinigte Umsatzrückgang in Deutschland im vierten Quartal aber nicht mehr so ausgeprägt wie in den beiden Vorquartalen.

Der Wettbewerb mit den Billiganbietern macht auch der Supermarkttochter Real zu schaffen. Vor allem wegen Standortschliessungen sank der Umsatz um 2,6 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Weil der Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel viel Geld kostet und die Erträge schmälert, war Real im Sommer aus der Tarifbindung ausgestiegen und streitet sich seitdem mit der Gewerkschaft Verdi. Auch mit einigen Lieferanten hatte es sich die Metro zeitweise verscherzt. Einige Hersteller fühlten sich nach der Übertragung der Warenverrechnung auf einen externen Dienstleister unangemessen zur Kasse gebeten und stellten im dritten Quartal vorübergehend die Belieferung ein.

Die vollständige Jahresbilanz wird Metro Mitte Dezember vorlegen und dann auch über das Ergebnis berichten. Weiterhin erwartet Metro ein operatives Ergebnis (Ebit) über dem Vorjahreswert von 1,53 Milliarden Euro. Währungseffekte und Kosten für den Konzernumbau sind bei dieser Prognose herausgerechnet. (awp/mc/upd/ps)

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