UPS spürt Ermüdungserscheinungen in der Wirtschaft

UPS

Atlanta – Der Paketdienst UPS bekommt die schwächere Wirtschaftslage zu spüren: Der US-Konzern streicht nach einem überraschend schwachen Quartal seine Gewinnerwartungen zusammen. «Die wachsende Unsicherheit in den USA, die anhaltende Schwäche der Exporte aus Asien und die Krise in Europa beeinträchtigen die Prognosen für das Wirtschaftswachstum», sagte UPS-Chef Scott Davis bei der Vorlage der Quartalszahlen am Dienstag in Atlanta.

Die Aktie des US-Konzerns reagierte mit einem Kursrutsch auf die Neuigkeiten: Im vorbörslichen Handel verlor das Papier mehr als drei Prozent seines Werts. Auch für die Aktie der Deutschen Post ging es nach unten. Deren Finanzchef Larry Rosen hatte sich allerdings noch am Freitag «ungebrochen positiv» zum laufenden Jahr geäussert.

Erwartungen verfehlt
UPS erwartet für das laufende Jahr jetzt nur noch einen Gewinn je Aktie (EPS) zwischen 4,50 und 4,70 US-Dollar. Zuletzt hatte das Management noch 4,75 bis 5,00 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Der Konkurrent von FedEx und Deutscher Post will sein Geschäft daher dem schwieriger gewordenen Umfeld anpassen.

Im zweiten Quartal steigerte UPS den Umsatz noch leicht auf 13,35 Milliarden Dollar (11,0 Mrd Euro). Das war gut ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Überschuss legte um gut zwei Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zu. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 1,15 Dollar. Analysten hatten jedoch mit mehr Umsatz und einem höheren EPS gerechnet. Während das Paketgeschäft auf dem Heimatmarkt USA zulegte, musste der Konzern im internationalen Paketgeschäft sowie in der Fracht und Lieferketten-Logistik Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hinnehmen.

Zuversicht für TNT-Übernahme
Zuversichtlicher zeigte sich das Management für die milliardenschwere Übernahme des niederländischen Konkurrenten TNT Express : Im vierten Quartal soll das Geschäft abgeschlossen sein. Die EU-Kommission hatte die Prüfung des Übernahmeplans vor wenigen Tagen bis Ende November verlängert. Die Behörde hat Bedenken: Ein Zusammengehen könnte den Wettbewerb bei der Bereitstellung der schnellsten Kurierdienste zu Lasten der direkten Kunden und letztlich der Verbraucher beschränken, warnte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

UPS bietet 5,2 Milliarden Euro für TNT und könnte mit dem Zukauf der Deutsche-Post-Sparte DHL bei Expresssendungen die Vorherrschaft in Europa streitig machen. Die TNT-Führung unterstützt das Angebot. Die Deutsche Post hatte hingegen wiederholt Zweifel geäussert, ob die Wettbewerbshüter die Übernahme ohne immense Auflagen genehmigen werden. (awp/mc/pg)

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